Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Ethnographische Chronik aus Österreich.

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betten, das Königsreiten( zu Pferde), die Schnitter( mit den Sensen), die Schnitterinnen( mit Sicheln und Rechen), die Musikanten. Aus« Podhorácko»( bedeutet« unter den Bergen>>):Die Blumenfest- oder Blumen- Mädchen und die Hochzeit. Aus der Hanakei:« Stárky» ein Fest der Jugend( Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrauen oder Junggesellen). Aus der Walachei: DieHochzeit, das Schnitterfest, Musikanten aus Polanka, eine Gruppe aus Koslowitz, Musi-kanten aus Tichau.

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Das Festprogramm ist das Folgende:

I. Walachische Hochzeit( aus Polanka mit 27 Liedern); hanakische« stárky»Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauen( aus Tobitschau); walachische Tänze, a) aus Polanko 18 Lieder,) aus Koslo-witz 18 Lieder; das Aufstellen des Mai- Baumes und Tänze um denselben( slowakisch,aus Welka mit 18 Liedern); Podhorakisches Osterfest(< hody») aus Strutz, 19 Lieder,5-10 Lieder der slowakischen Chorsänger aus Welka.

II. Slowakische Hochzeit aus Welka, 15 Lieder; podhorakische Königinnen ausStrutz, 11 Lieder; das Katerjagen( aus Tobitschau), walachisches Schnitterfest( aus Polanka,9 Lieder); walachische Tänze( aus Koslowitz, 18 Lieder), der Gesang der Mädchen beim Kreuz( aus Welka, 5-10 Lieder).[ Aus dem« Věstník»(= Anzeiger) der čechoslavischen ethnographischenAusstellung in Prag.( Jahrg. II, Nr. 14, Seite 138.)]

Die ethnographische Abtheilung auf der Landes- Ausstellung zu LembergIm Jahre 1894. Jedem Besucher, der die weitläufigen Anlagen der Ausstellung betrat, musstesofort die jenseits eines Thales thronende rutenische Kirche mit ihrem merkwürdigen Kuppelbaueauffallen, um die sich in wohlthuender Regellosigkeit verschiedene Typen von aus Holz gezimmertenBauernhäusern aus allen Theilen Galiziens schaarten. Eines dieser Häuser stammt aus dem wald-reichen Polesien und ist genau nach dem Muster einer Hütte des Dorfes Radwańce, Bezirk Sokal,aus Baumstämmen erbaut. Im Innern ist rechts die Wohnung des Bauern aus dem Bezirke Sokal,links jene des Bauern aus dem Bezirke Brody dargestellt; letztere bildet zugleich eine Art Museum,da sich in derselben eine Sammlung volksthümlicher Gegenstände aus der genannten Gegend befindet.Die mazurische Hütte, die mit Stroh gedeckt ist, wurde in Niwiska bei Kolbuszów inWest- Galizien gekauft und auf den Ausstellungsplatz überführt.

Den Typus eines Hauses wohlhabender Bauern repräsentiert die Hütte von Zakopanein West- Galizien; sie ist aus Kiefernholz gebaut und hat geräumige Zimmer mit hohen Fenstern;im Wohnzimmer steht der Webstuhl, und im Gastzimmer sieht man mancherlei Gegenstände ausden Sammlungen des Herrn Dembowski und des Chałubiński'schen Museums.

Interessant ist die podolische Hütte, welche den Typus aus der Gegend von Skafat und Tarno-poi darstellt, wegen ihrer Construction; sie ist nämlich aus Lehm- oder Erdwalzen, die mit Weidenruthenumflochten sind, erbaut; die Wände sind außen und innen mit Lehm verstrichen und mit Kalk getüncht.Die Hütte aus dem Bezirke Rudki( Dniestergegend), der alljährlich von Überschwemmungenheimgesucht wird, wurde auf Kosten des Grafen Lanckoroński errichtet; aus Ruthen hergestellt,die mit Lehm verstrichen sind, und mit einem Grasdache versehen, entspricht sie vollkommen derArmuth ihrer Bewohner, die sich durch Korbflechterei ernähren.

In der huzulischen Hütte aus Jaworów( Bezirk Kossów), die aus Kieferstämmen ge-zimmert und mit Latten gedeckt ist, sieht man die berühmten Holzschnitzer Wasyl und MikołajSzkryblak, deren Werke oftmals schon die Bewunderung der Sachverständigen erregt haben, beiihrer Arbeit. Im Gastzimmer steht ein schöner Kachelofen, welchen der Töpfer Peter Koszakaus Pistyń aufgestellt hat.

Den Mittelpunkt des internationalen galizischen Dorfes, in dem man im Freien Kreuze undBildsäulen aus allen Zeiten erblickt, bildet die hochragende Kirche, die von einem einfachen Zimmer-mann, Leško Kobczuk aus Jaworów, mit Unterstützung von sechs Gehilfen ohne Plan und ohneGerüst erbaut wurde. Sie enthält eine Menge von Cultgegenständen und Schnitzarbeiten, welchedeutlich den byzantinischen Einfluss verrathen. Neben der Kirche steht abseits der Glockenthurm.

Beim Verlassen des Dorfes kommen wir an einer ehrwürdigen Bildsäule vorbei, an derenFuß ein Greis sitzt, der einer violinartigen Drehorgel uns unverständliche Weisen entlockt. Ganzaußerhalb des Dorfes steht der sogenannte ethnographische Pavillon, in dem das Hauptgewichtdieser Abtheilung der Ausstellung ruht. Er enthält im ersten Saale eine prähistorische Sammlungaus Ost- Galizien, eine ausgezeichnete Bibliothek von Werken der volkskundlichen Literatur, zumeistin polnischer Sprache, Gewebe und Holzschnitzereien; im zweiten Saale zieren die Wände mehrere