Kleine Mittheilungen.
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Stellungen. Zu jedem Bilde wäre ein Schema auszufüllen, in welchem Auskunft ertheilt wirdüber Name, Alter, Stand, Religion und namentlich über den Stammbaum, um zu erfahren, obdas fragliche Individuum auch als wirklicher Einwohner des betreffenden Ortes zu gelten hat.
Es wäre freilich wünschenswert, wenn bei dieser Gelegenheit gleich in obgedachtem Sinneauf alles Rücksicht genommen werden könnte; ich bin aber überzeugt, dass gerade bei solch ein-seitiger Arbeit sich am leichtesten Amateure finden, die ihr kleines Gebiet genügend beherrschenwerden. Es mag dann andern Forschern vom Fache vorbehalten sein, das weitere hinzuzufügen.II. Vorschlag: Es wäre eine Sammlung von Geschirren anzulegen, namentlich vonsolchen primitivster Glossar ::: zum Glossareintrag primitivster Form, wie sie das Landvolk selbst erzeugt und gebraucht.
Topfgeschirre und Topffragmente werden wohl gesammelt, wenn sie prähistorisch oderrömisch sind, was später gemacht wurde, wird weder gesammelt, noch überhaupt einer Beachtungwert gefunden. Es ist leicht begreiflich, dass gerade jene Geschirre, welche in spätrömischer Zeiterzeugt wurden, einen gewissen Einfluss auf die Keramik des Mittelalters ausübten; in manchenGegenden besteht vielleicht noch eine Tradition aus noch früheren Zeiten, die sich wohl in ein-zelnen Dingen bis heute erhalten hat.
An und für sich aber ist die Keramik wichtig und interessant genug, im Sinne unseresVereines gesammelt zu werden, und ich glaube, dass namentlich die Frauen, welche dem Vereineangehören, auf diesem Gebiete sich sehr nützlich machen können; nur ist es auch hier nöthig,dass sie von einem Fachmanne über die zweckmäßige Art zu sammeln instruiert werden undnamentlich sehr genau darauf achten, dass die Provenienz der einzelnen Objecte außer Zweifelstehe. Bei den heutigen Verkehrsmitteln kann man sich in dieser Beziehung aber leicht täuschen,da namentlich die Jahrmärkte von Händlern aus sehr entlegenen Orten besucht werden und Töpfer-waren in die Bauernstuben gelangen, die mit der heimischen Keramik gar nichts zu thun haben.Also nur im Orte und von einheimischen Handwerkern erzeugte Ware erscheint zunächstsammelnswert.
3.
Das Ontlas- Ei.
Von Fr. Franziszi, Grafendorf im Gailthal.
Am Gründonnerstag gelegte Eier heißen beim Volke Ontlas- Eier; sie sind, nach demVolksglauben, schon von der Henne weg geweiht und sollen sich das ganze Jahr hindurch frischerhalten. Man vergräbt sie in die durch Wassergefahr bedrohten Grundstücke und unter die Thür-schwelle der Stallungen. Ein Ontlas- Ei während des Ausklingens der fortziehenden Glocken amGründonnerstag über das Hausdach geworfen, schützt, wie man im Gailthale glaubt, vor Feuersgefahr.
Das Ontlas Ei steht bei alten Leuten noch immer in hohen Ehren. Es darf mit derbloßen Hand nicht berührt, sondern muss mit einem Tuche vom Neste genommen werden.Gar sonderliche Aberglauben aus alten Zeiten knüpfen sich an dasselbe.Wenn eine Kuh im Stall verhext ist und keine Milch gibt, heißt es unter andern, sonimmt manvon einem Ontlas- Ei den Dotter, brennt ihn mit einem glühenden Herznagel voneinem Wagen, auf welchem eine Leiche auf den Friedhof geführt wurde, legt den gebranntenDotter in eine Kanne mit Milch und gibt der Kuh davon zu trinken. So ist die Hexe gebranntund kann nicht mehr schaden.
Doch hüte man sich, einem alten Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibe, das bald darnach in das Haus kommen wird,um zu betteln, etwas zu geben. Es ist dies die Hexe, die sich mit dem empfangenen Almosenheilen und weiters noch schaden kann.
III. Ethnographische Chronik aus Österreich.
1894-1895.
Volksspiele in Krimml( Pinzgau). Am 2. Februar 1894 wurden in Krimml das Hexenspielund der Berchtentanz aufgeführt. Das Hexenspiel, welches sich bis auf ein von Hans Sachs im J. 1545geschriebenes Fastnachtsspiel zurückverfolgen lässt, wird im 2. Heft dieser Zeitschrift publiciert werden.
Der Berchtentanz, von 3 Männern aufgeführt, ein Schuhplattler, und ein solennes Eis-schießen beschlossen festlich den Krimmler Fasching.( Auszug aus der Ö. T.- Zeitung Nr. 15, p. 171.)
Comité zur Erhaltung der Volkstrachten in Tirol. In Tirol ist vom TirolerLandesverband für Fremdenverkehr ein Comité zur Erhaltung der Volkstrachten eingesetzt worden.Gelegentlich des Anthropologen- Congresses, der Ende August 1894 in Innsbruck tagte, wurde von