Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde48 (1943) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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48 (1943) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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und Dalmatien allgemein verbreitet. Auch in dieser Prozessionschreiten fast alle Bewohner der Ortschaft, ein jeder trägt eine bren-nende Kerze in der Hand. Man singt dabei einen Klage- Psalm, derGeistliche( meistens der Pfarrer), der der Prozeſſion voranschreitet,beantwortet eine jede Strophe des Pfalms mit demselben Respon-sorium( bestehend aus den Worten des Heilands: Mein Volk, washabe ich dir entgegen begangen und womit habe ich dir wehe getan?").Bom späten Abend bis in die dunkle Nacht bewegt sich die Prozession,mit Fackeln und Kerzenlichtern gespenstisch beleuchtet, dahin, die klagen-den langen Gesangsweisen drücken Trauer und tiefe Reue aus.

Am Karfreitag wird in ganz Kroatien die Kirche besucht, manbetet lange vor dem Grabe Gottes", man küßt das Kruzifix undverteilt Almosen( bis zu 100 Vater unser und Gelobt ſei Maria).Man glaubt, daß auch die Vögel am Karfreitag wegen des Todes desHeilands traurig sind und nicht ſingen können.

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Die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber und die Mädchen verfertigen farbige Ostereier( Pisanice" gezeichnete Eier) meiſtens so, daß sie von niemandembeobachtet werden. Dies ist ein sehr alter Brauch, der manchenortsauch schon im Verfallen ist; man zeichnet nicht mehr nach alter Artund Weise, sondern färbt die Eier mit gekauften Farben und Abzug-bildern. Vorerst muß man die Eier kochen. Die gekochten Eierzeichnet man mit einem besonderen hohlen eisernen Griffel( Röhrchen-griff), aus dem das an einer Flamme geschmolzene Wachs beimZeichnen ausfließt und an der Oberfläche des Eies ſich fest und hartanklebt. Ist man mit der Zeichnung fertig wird das Ei in einebeliebige Farblösung eingetunkt. Die Farbe färbt die weiße Ober-fläche nur dort, wo kein Wachs anklebt. Wenn man die Zeichnungmehrmals wiederholt, und ein jedes Mal das Ei in eine andere Farbeeintunkt, bekommt man mehrfarbige Ostereier. Die Ornamente be-stehen aus Pflanzenmotiven( in Slawonien, in der Umgebung vonDubrovnik, in Dalmatien und in Weißkrain) oder aus geometrischenMotiven, unter denen auch verschiedenartige Hakenkreuzformen vor-kommen. Die Färbetechnik mit Wachszeichnung wird das Batiken"genannt. Auf den Malaischen Inseln( besonders Java) werden mitsolcher Technik Gewebe gefärbt; bei den Kroaten führt man in solcherTechnik den sogenannten Blaudruck auf Leinengeweben( in Slawo-nien) aus. Das gefärbte Ei wird nach der Trocknung mit einemwarmen Tuch abgewischt; dabei schmilzt das Wachs; auf seiner Ober-fläche bleiben dann weiße Streifen unter der Wachszeichnung. Manchen-orts wird das( ohne Wachszeichnung) gefärbte Ei mit einem scharfen