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Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Heraus-gegeben unter besonderer Mitwirkung von E. Hofmann- Kraher vonH. Bäch told- Stäubli. Bd. VIII( Silber- Votive), Bd. IX( Waage- Zy-preſſe und Nachträge), Bd. X( Register) 1782, 996 und 1138 Spalten u. 417 S.Berlin, W. de Gruyter& Co., 1935-1942.
Es fügt sich, daß in den Abschlußbänden dieses Werkes eine größere An-zahl von Artikeln allgemeiner Natur und Bedeutung vereinigt sind Stoffüber-sichten dieser Art bieten„ Schreiben“ und„ Schrift“,„ Speise“,„ Sonne“,„ Sterne",„ Tiere" uſw. am gehaltvollsten davon„ Tiergestalt“ und„ Tier-namen"( Riegler),„ Waffer",„ Waldgeister",„ Riesen und Zwerge". MitZusätzen bis auf den neuesten Stand gerundet ist Panzers Artikel„ Wasser-geister" und der Weiser- Aalls„ Weihnacht“.„ Suggestion“ und„ Sym-pathie“,„ Spiritismus“,„ Sternbilder“ und„ Sterndeutung“,„ Propheten( deut-sche)" und andere führen in die gelehrte Doktrin des Aberglaubens ein. Be-griffliche und weltanschauliche Festlegung unternehmen die Artikel„ Opfer“,„ Tabu“,„ Totemismus“ uſw.; inhaltlich sind sie mehr völker- psychologischsozusagen abseits vom Deutschtum gearbeitet. Dies gilt auch von„ Tier-verkleidung“ und„ Tierverwandlung"; hier wäre endlich einmal die kultur-geographische Sichtung von Erbe, Lehn- und Fremdgut in der deutschen Volks=überlieferung vonnöten. Geben doch die inzwischen veröffentlichten Karten des„ Atlas der deutschen Volkskunde" etwa auch gegenüber dem bisherigen Be-mühen um die Gesichtspunkte der„ Tagewählerei" zu erkennen, wie unent=behrlich diese Arbeitsrichtung zur Aufhellung grundlegender Fragen der Ent-wicklung und Ausbreitung deutschen Überlieferungsgutes ist. Einen kritischsichtenden und wertenden Standpunkt laffen&& ste ins Beiträge über„ Weih-nachts" und" Zopfgebäcke" hervortreten. Bei aller Zustimmung zu seinemkritischen Vorbehalt gegen die verallgemeinerten Deutungen M. Höslers mitdem Erklärungsgrund des Seelenkultes und der Opferspeise schießt G. aberbei den Zopfgebäcken“ denn doch erstaunlich über das Ziel, wenn er diese auchals Strüzel(„ Striezel") im katholischen Süddeutschland bei Jahres- undLebensfesten auf dem Lande altvolkstümlichen Gebilde„ bestimmt“ dahingehendbeſtimmen möchte, sie seien ausgerechnet durch die Ostjuden eingebürgert_wor=den, weil man in einigen Städten in Süd und Ost unter jüdischem Einflußihre Namengebung neuzeitlich dementsprechend ausrichtete.. Da haben wir dieGans als Festbraten am Ende auch erst von den Juden gelernt! Im Ernstmindert eine so oberflächliche Induktion keineswegs die Geltung und Schlüffig-keit der von S. selbst angeführten einheimischen Überlieferungsreihen der„ Seelenzöpfe", wobei er der Überlegung, daß die Deutschen seit frühgeschicht-licher Zeit Weihung und Hingabe von ſinnbildlichen Spenden zum Toten-gedächtnis wie auch ſonſt in Verehrung höheren Waltens in Natur und Menschen-leben übten, an diesen und anderen Gebildbroten m. E. zu Unrecht ausweicht.Für die beim Zopfgebäck sich ergebenden Zusammenhänge im östlichen Umkreiswäre eswie auf dem Gebiet von Küche und Speise überhaupt- erfolg=versprechender, die Verklammerung des deutschen Donauostens mit Südost=europa herauszuarbeiten. Der Registerband, dessen sich nach dem AblebenBächtold- Stäublis Dr. G. Lüdtke als Herausgeber annahm, bietet für dieStoffübersicht willkommene Ergänzung. Hier sind die Querverbindungen zwi-schen den Artikeln weit über die dort angebrachten Verweise hinaus aufgezeigt.
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