Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde46 (1941) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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46 (1941) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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22,2; 23,2; 30; 33) oder ein Baumgarten( 19) kennzeichnet ihren Auf-enthalt. Es werden auch Baum und Brunnen zusammen genannt( 25).

Hund als Wächter. Als Wächter des Schatzes, der in einemeisernen Schreine( 6; 8,4; 9,1), einer Truhe( 18,1; 18,8; 23,1), einerKiste( 18,3) verschlossen ist und alter überlieferung entsprechend oft eineDreiteilung in Gold-, Silber- und Kupfermünzen aufweist, erscheint derschwarze Hund( 8,2; 8,4; 10; 13,9; 18,6), der schwarze Pudel( 18,8;18,11). Er hat mit dem Feuer zu tun. Er besitzt, abgesehen von denfeurigen Augen, einen feurigen Rachen( 18,1) und hält eine Fackel imMaule( 8,6). In verblaßter Überlieferung wird aus dem Hunde alsWächter des Schazes ein Schoßhündchen( 23,1) der Prinzessin. Zuweilenstellt der Hund, der einen Schlüssel im Maule trägt( 8,5; 9,1; 18,12),auch eine Verwandlungsgestalt ihrer selbst vor( 18,7; 19), was Rück-schlüsse auf eine bestimmte Überlieferung zuläßt, wonach die Schicksals-frauen die Fischjungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Fischjungfrau gehört in ihren Kreis- als Hunde erschei=nen( K. v. Spieß, Marksteine der Volkskunst Bd. 1, 43).

Zeit des Erscheinens. Das Erlösungswerk" wird nachbestimmten Fristen immer wieder in Gang gesetzt, nach 200 Jahren( 29),nach 1000 Jahren( 8,3; 9,6; 24,2), alle 7 Jahre( 18,4), alljährlich( 18,15), an allen Quartalen des Jahres( 18,10). Es ist an die Festzeitgebunden, Adventszeit( 18,4), Weihnachtsnacht( 11), Karfreitag( 23,1;24,2), Ostermorgen( 26,2), Johannisnacht( 8,4; 13,3); erfolgt in derNacht, in der Zeit zwischen einem Tag zum andern, zwischen 12 und 1Uhr( völlig verblaßt in der Mittagszeit von 11 bis 12 oder 12 bis 1Uhr), da sich der Felsen öffnet, die unterirdischen Schäße blühen( 8,4) undSilbergeld gleich einer Quelle emporquillt( 18,15). Da Zeit und Raumnach altarischer Anschauung einander entsprechen, so steht dem Loch imBerge, dem Verbindungsgang zwischen Diesseits und Jenseits, dasZeitloch der Erdzeit gegenüber. Die Erlösung erfolgt gewöhnlich währendder drei Dunkelnächte, abgeblaßt ist sie auf eine Nacht, beziehungsweisenicht mehr verstanden auf einen Tag zusammengedrängt( 29).

Art der Erlösung. Die häufigste Bedingung, unter der dieErlösung vor sich geht, ist die, daß der Held das sich verwandelnde Wesendreimal füssen muß( 4; 6; 10; 11; 14,4; 23,1; 23,2; 24,2; 26,1; 26,2;29), es wird aber auch nur ein Kuß( 8,3; 9,9; 14,1; 14,6; 15; 18,1;28; 34,4; 35,1) gefordert. In dieser Hinsicht folgen die Sagen alle einemgemeinsamen, aber späten Vorbilde. Das Ursprüngliche ist die Ent-zauberung durch das Veilager. Im Märchen ist dieser Zug aus Märchenvon der Form Der Froschkönig( Grimm Nr. 1) bekannt. Wir könnenihn desgleichen in Sagen nachweisen. In der Saga von Hrolf Krakiwird erzählt, daß zu König Helgi am Julabend, da draußen schlechtesWetter war, ein häßliches Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib in zerlumpter Kleidung kam, das ver=langte, das Lager mit ihm zu teilen 5). Er kam ihrem Wunſche nach underkannte, daß sie zum schönsten Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibe in seidenem Gewande gewordenwar. In der englischen Ballade König Heinrich) kommt ein häßliches

5) Sammlung Thule, 21, 242.

6) Child, English and Scottish popular ballads, Nr. 32.