Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde44 (1939) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
44 (1939) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
Einzelbild herunterladen
 
  

Literatur der Volkskunde.

( Soweit nicht anders angegeben, erfolgen die Anzeigen durch denLeiter der Zeitschrift.)

Erixon, Sigurd: Folklig möbelkultur i svenska bygder.S.: 147 Text+ 288. Abb.: 1004. Nordisk Rotogravyr, Stockholm, 1938.

Diese Arbeit S. Erixons ist eine Monographie der schwedischenBauernmöbel, die nicht nur hinsichtlich des großen Stoffes, sondern auchwegen ihrer Gesichtspunkte einen besonderen Wert für die europäischeVolkskunde bedeutet. Der Verfasser beschäftigt sich außer der Verbreitungder einzelnen schwedischen Möbelformen ihrem Alter, ihren kulturgeschicht-lichen und geographischen Beziehungen, mit der gesellschaftlichen Funk-tion der Möbel in der Volkskultur und mit jenen, aus der Umwelt stammen-den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und inneren volklichen Kräften,die der Entwicklung der Möbelkultur der Bauern eine Richtung vorschrei-ben; nicht nur hinsichtlich der Form, sondern auch hinsichtlich des Stils.Kulturgeschichtlich und soziologisch ist besonders interessant der ersteTeil der Arbeit( S. 17-49), wo Erixon die Betten, die Schlafstellen imallgemeinen, den Schlaf, die Frage des Lagers behandelt. Der hier aufge-häufte Stoff und dessen ethnosoziologische Wertung kann die Grundlagezu weiteren Forschungen bilden. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Liege-und Schlafplätze in verschiedenen Nebengebäuden und führt sehr inter-essante Angaben über die Schlafstellen der heiratsfähigen Mädchen an( Futterscheuer, Freierkammer: frierboda, Kuhstall etc.). Erixonberücksicht die Schlafstellen für Winter und Sommer, für Wochentag undFeiertag und für Gäste. Er prüft den Schlaf am Ofen, am Fußboden, dieSchlafgestelle im Zimmer, die Aufstellung und die verschiedenen Formen derBetten. Die schwedischen Bauernbetten, wie auch die anderen Möbel, sindsehr mannigfaltig; neben den Formen, die die Einwirkung der geschicht-lichen Stile aufweisen, findet man auch recht primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive Pritschen; haupt-sächlich in den Feuerhäusern( Dalarna, Härjedalen, Jämtland). Diese Feuer-häuser( eld hus) findet man an sommerlichen Weideplätzen. Hier sehenwir unzweifelhaft die konservierende Rolle der viehzüchtenden Lebens-weise. Ähnlich finden wir auch in Ungarn, in den am Alföld bekanntenFeuerställen solche primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive Pritschen und aus Kot gebaute niedrigeSchlafstellen. Die Behandlung der Wiegen schließt sich an das Kapitel vonden Betten an( S. 142-145). Neben den verschiedenen Hänge- und Kufen-wiegen ist sehr interessant der in Dalarna gebrauchte Baumrindenkorb, derals Hängewiege und Kindertragkorb verwendet wird. Ausführlich be-schäftigt sich Erixon mit der ethnographischen Bedeutung der Stühle,Bänke, Schränke, Truhen und des Tisches. Er betont, daß der letztere bei