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gläubig und dabei doch von einer gesunden Sittlichkeit, die dasGute belohnt und das Böse vernichtet. Im Märchen hat sich einRest der heldischen Vergangenheit unseres Volkes gerettet. Gefah-ren sind nur dazu da, daß der Tüchtige an ihnen seinen Mut erweistund sie besiegt. Der Märchenheld ist einer, der auszieht, das Fürch-ten zu lernen und der es doch nicht lernen kann, weil Furcht undGrauen seinem Wesen fremd sind.
Die Percht im Brixental.
Von Anton Schipflinger, Hopfgarten.
Am Dreikönigsabend zieht die Percht mit ihrer Schar von Haus zuHaus, klopft an die Fenster, und wenn sie ein Spinnrad surren hört, dannsagt sie das Sprüchl:„ Spinn, spinn, morg'n bist hin.“ Daher soll man inder Rauchzeit, vor allem aber am Dreikönigsvorabend bis zum dritten Tagnach Dreikönig nicht spinnen, will man ein gesundes Jahr erhoffen. Auchals Kinderschreck für die schlimmen Kinder tritt die Percht auf.
Die Bäuerin kocht am letzten Rauchabend nicht Nudeln, wie es anden vorhergehenden Rauchabenden Sitte ist, sondern sie kocht Krapfen,d' Percht'nkrapfen werden sie geheißen. Etliche Stück werden als Opferfür die Percht auf die Labn gestellt, damit sie mitgenommen werden. Dieswird von den Bäuerinnen gerne geübt, denn sie glauben, wenn die Perchtldie Krapfen nimmt und iẞt, dann geht sie über das Flachsfeld und derFlachs wird im kommenden Sommer gut geraten, besonders einen schönen,feinen Zwirn kann man spinnen.
Die Percht reitet durch die Luft, sie hat auch dort und da eine Rast-bank; so dienen ihr Baumstöcke, auf denen drei Kreuze oder ein Druden-fuß ausgehackt sind, als Raststätte. Man erzählt: Die Percht war einmalsehr müde, nirgends fand sie eine Raststätte. Endlich erblickte sie einenBaumstock, auf dem drei Kreuze ausgehackt waren. Sie setzte sich daraufund als sie ausgeruht hatte und weiter zog, sagte sie:„ Baum wachs, werd'a Wieg'n und laẞ Glück daraus schrein.“ Der Baumstock fing an zu sprie-Ben und schnell wuchs ein stattlicher Baum; er wurde gefällt und ausseinem Holze machte man eine Wiege und keines, das in dieser Wiegelag, starb ohne Nachkommenschaft.
Kommt aber die Percht in das Haus, so bringt sie nur Unglück, wes-halb man daher am letzten Rauchabend drei Kreuzlein auf die Fenster-stockrahmen macht und auf die Türen die Anfangsbuchstaben der Namender hl. drei Könige schreibt. Dies ist gut gegen alle bösen Feinde desMenschen; auch die Percht kann nicht mehr in das Haus, wenn an denTüren und Fensterstockrahmen die Zeichen des letzten Rauchabends an-gebracht sind.
Das Perchtenspringen gehört ebenfalls zum Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum der Drei-königszeit. Junge, lustige Burschen vermummen sich und springen über