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chen von Grafen und Königstöchtern handelt. Die GrafenPrinzen oder Königen ist selten die Rede haben dieselben Ge-pflogenheiten wie die großen gräflichen Grundherren in der Nach-barschaft. Zugleich aber werden die empfindlichen Klassengegen-sätze überbrückt, die Bauern treten den Herren recht stolz undselbstbewußt gegenüber. Nicht das Fremde gibt den Märchen ihreneigentlichen Reiz, sondern das Eigenständige, Vertraute. DasFremde ist fast vollkommen ausgeschaltet, nur einmal ist von einemÖlbaum die Rede, an dem ein Löwe die Wache hält, alle anderenMärchen könnten gut in Gant oder in seiner Umgebung spielen. ImAschenputtelmärchen ist der Ball, auf dem sich der Prinz( hier istes wieder ein Graf) in das Aschenputtel verliebt, eine richtigeWirtshausunterhaltung. Man muß einmal im Fasching oder zurKirchweih alle Vorbereitungen miterlebt und dann beim Tanzenzugesehen haben, um zu sehen, wie hier jedes Wort aus dem Lebengegriffen ist. Der Graf hängt sich in das Mädl ein und läßt sie allenanderen Burschen zum Trotz nimmer aus bis zum Schluß. Die Be-schreibung des Kirchganges ist auch so ein Meisterstück bäuerlicherKleinmalerei. Es ist in diesen deutschen Dörfern Sitte, daß nur dieBauern und Bäuerinnen während der Messe sitzen. Die Mädchenstehen im Zwischengang. Es schickt sich nun so, daß das Aschen-puttel gerade in die Reihe vor ihre Schwestern zu stehen kommt.Die beiden boshaften Mädchen treten ihr beim Niederknien absicht-lich auf ihre schönen Kleider, weil es sie ärgert, daß das Aschen-puttel schöner angezogen ist als sie. Seit ich letzten Fasching zu-gesehen habe, wie die Bäuerinnen ihre Töchter kämmen und ihnenzuletzt breite Haarkämme hineinstecken, weiß ich nun auch, wie esdie böse Stiefmutter mit dem Schneewittchen gemacht hat( Abb. 7).
Fast jedes Märchen endet schließlich in einer fröhlichen Hoch-zeit. Ich hatte das Glück, in Gestitsch eine Bauernhochzeit mitzu-erleben. So eine Hochzeit ist ein wirkliches Fest. Ich durfte zu-sehen bei dem Gang in die Kirche, bei der„ Kopulation", bei derHeimkehr, war Gast bei dem großartigen Hochzeitsmahle. DieBraut saß im Winkel und der Bräutigam trug für die über hundertHochzeitsgäste das Essen auf. Ich war dabei beim Gesundheitstrin-ken, beim Pantoffelstehlen und beim Brauttanz. So eine Hochzeitist bis ins letzte von einem altüberlieferten Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum bestimmt.In den meisten Märchen der Ahnl sind wir am Schluß Zeugen sol-cher brauchtumsgebundenen Glossar ::: zum Glossareintrag brauchtumsgebundenen Bauernhochzeiten( Abb. 8-10).