Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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liegenden Ortschaften( Jaunstein, Wackendorf, St. Stefan) be-stätigte aber neuerdings, daß selbst die ältesten Dorfinsassen, schonimmer die Larve am Stall des Keischlers an der Straße zumHemmaberg befestigt wissen wollten. Es würde auch das verhält-nismäßig junge Alter der Larve an sich noch nicht gegen die Ver-mutung sprechen, dem Verfertiger des Fetischs sei eine magischeAbsicht vorgeschwebt. Daß aber die Maske im Sommer 1932 tat-sächlich als Schutz gegen Viehseuchen und-sterben von ihren Be-sitzern angesehen wurde, ist keine Vermutung, die widerlegbarwäre, sondern ein Tatsache, was aus dem Verhalten der MutterUogǝr und ihres Sohnes hervorgeht, die mir sowie meinem Be-gleiter Herrn Dr. Viktor Paulsen aus Klagenfurt die Schutzfunktionder Larve, wenn auch lächelnd, erklärten und erst nach mehr-stündigem Zureden dazu zu bewegen waren, den Fetisch vom Stallzu entfernen. Es darf wohl mit Anspruch auf Allgemeingiltigkeitbehauptet werden, daß ein so charakteristischer Kopf, wie er nun-mehr in zwei weitgehendst übereinstimmenden Spielarten vorliegt,nicht bloß zum eignen Zeitvertreib und spasseshalber" geschnitztund an einem Viehstall angebracht wird, sondern daß einer solchenHandlung noch etwas Anderes, im uralten Aberglauben wurzelndeszugrunde liegen muß. Abschließend sei noch gesagt, daß die inmeinem zitierten Aufsatz angegebene Schreibweise Ueger stattUogǝr( mit genäseltem o in der ersten, und flüchtigem e in derzweiten Silbe), wie die Schriftleitung bestätigt, auf einen bedauer-lichen Druckfehler zurückgeht, während die von Graber ange-gebene Form Logar nicht jauntaler- slowenisch, sondern schrift-sprachlich ist.

Zur süddeutschen Spielart des Sommer- undWinterstreits.

Von Werner Lynge, Wien.

Das Sommer- und Winterspiel, ein Frühjahrsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Frühjahrsbrauchtum, imKampf oder Wortstreit der Vertreter beider Jahreszeiten bestehend,fand seit J. Grimm dauernde Beachtung. Wurde es einerseits füruralt gehalten, als Rest einer germanischen Frühlingsfeier, Ueber-bleibsel animistischer Vorstellungen oder des Zauberglaubens ge-deutet, so sahen andere das Ergebnis eines Bedeutungswandelsmiẞverstandener Brauchtumsfiguren Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsfiguren oder des Einflusses mittel-alterlicher Streitgedichte in ihm.