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Geheimnisvoll ist die volkskundliche Grundlage. 1+ 2 sind Bartholo-mäusorte; der Heilige hat mit allem Obst, auch mit den Beeren zu tun. HerrProfessor A. Haberlandt machte mich auf das Vortreiben der Trauben für dasFronleichnamsfest und auf R. Eislers ,, Orphisch- Dionysische Mysterien" auf-merksam: In Byzanz schnitten Kaiser und Patriarch frühreife Trauben zueiner Art Communio, die wir aus abendländischen Glossar ::: zum Glossareintrag abendländischen Verboten kennen. Esscheint sich um althergebrachte Gemeindeopfer der Winzer zu handeln, diefür eine gute Ernte nötig waren; daher der Zwang für die Wirte.
Baumhexe. Sie will aus dem Holz heraus, wenn die Möbel krachenoder die Holzstücke im Feuer. Mannhardt spricht von der Baumseele alsWachstumsdämon; mir ist der Ausdruck auch bedeutsam für die Bildbäume( mit Weihbildern behangen), die auch im Stadtgebiet nicht selten sind.( Andre Arten von Baumkult s. Wr. Kgl.). Nach dem Hwb. d. Abgl. I, 955 istder Wald Sitz der Abgeschiedenen, was auch aus unsrer Redensart her-vorgeht, womit der Ältere auftrumpft:„, Dåmåls håst du no lång Schwammerlgsuacht!"( Warst noch ungeboren.)
Beißen. Oder wås beißt mich“ als Ablehnung. Max Mayr, WienerRedensart. 18, denkt an Insekten, wohl wegen des Gutenachtwunsches:,, Angenehmes Flohbeißen"; es ist aber die Maus, schwäbisch das Mäusle,ein Deckwort für die Miselsucht, also:„ Wenn ich das tun oder zugeben sollte,müßte ich schwer krank sein". In der schwäbischen Fassung ists eine ArtSelbstverfluchung. Wander V, 1596, 27, denkt an Muskeljucken, hat aberIII, 551, 4 und 17 die Miselsucht, mit der„, beißt“ eine feste Verbindung eingeht.
Blühen: ,, Wer waẞ's( weiß es), wås ma blüaht!" Es blüht also nichtnur ein Schatz und hebt sich aus der Tiefe, wenn die Sonne ,, feuerfarben"und groß ist, sondern es„ blüht“ Unglück. An den Fingernägeln blüht dasGlück in weißen Flecken, deren Schwinden Tod bedeutet.( Rêflecken zu ahd.hrêo, auch re Leichnam, Tod, Grab sie können auch Unglück bedeuten.,, Segns( Sehen Sie), då blüaht da Gnofl!" da ist die Feige als Knoblauch-nachahmung wirklich das Apotropäon eines lästigen Geistes.
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Emmaus gehn am Ostermontag( Handb. II, 804), legte sich der Oester-reicher als ,, Ebenaus“ zurecht, wie es scheint, mit dem geheimen Nebensinn,daß dann die Wetter gut ausgingen. Grund der Vermutung: Veronica alpinaund latifolia heißen Ebenaus- auch Nebenauskräutl, weil sie bewirken, daßdie Wetter ebenaus und nebenaus gehen.
Fabian: hâb dar an Fabian
Hunger! Bei den tschechischenGaunern fáb und fabián, auch Sebastian für Durst. In Höflers K.-N.-B. stehtdie Lösung: St. Fabians Plag ist der Hunger. Die zweite Bedeutung beiden deutschen Gaunern„ Aufschneider, Schwätzer“ ist nach dem schwäb.Wb. Fabian und Pavian, das erste Wort Verdrehung des zweiten. WienerKinder: Fabian, einer der zum Lachen angezogen ist: Auch„ Fabelhans"könnte Pate gestanden haben.
Feichtl, Wurzen, älter Fichtel. Wie Aniweig und ångstraat: Anfechtungdurch Krankheitsgeister. Denis, Lesefrüchte II, 130; zafichtig, mager,eingeschrumpft. Fichtner( Gaunersprache) der ins Dunkel geführte, läßtuns im Dunkel; Höfler, Volkskunst, S. 54: St. Viecht( Vitus) verantworteteanno 1529 die Franzosenkrankheit. Man muß nicht an den Veitstanz denken,der nach Kluge von den wilden Tänzen der Kultzeit so hieß, sondern etwa