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Die Rofen liegen einerseits auf der auf zwei Säulen ruhenden Firstpfette,anderseits auf zwei Fußpfetten, die auf niederen, senkrechten Pfostenbefestigt sind. Gedeckt ist das Dach mit Rebholz, über das Erde geschichtetist, auf der sich reger Graswuchs entfaltet hat.
Diesen Weinhauerhütten ist eine von L. Rütimeyer') in Anschluß anR. Forrers) mitgeteilte Hirtenhütte vom Dachstein im Breuschtal in denVogesen( Elsaß) sehr ähnlich. Uber einer 0.60 m in den Boden eingetieftenGrube erhebt sich ein zeltförmiges, mit Rasen bedecktes Satteldach. Im Innernbefindet sich eine aus dem Erdreich herausgeschnittene Bank.
Das Dach der Stillfrieder Wohngrube kann nicht mehr einwandfreirekonstruiert werden, da weitere Grabungen, die vielleicht darüber Aufschlußgegeben hätten, wegen der ausgestzten Lage am Abhange des Hohlwegesnicht durchzuführen waren. Es könnte z. B. ein Kegeldach gewesen sein, dasdurch den kreisrunden Grundriß der Grube bedingt wäre. Ein Anhaltspunktaber hat sich bei der Ausgrabung selbst ergeben. Durch die ganze Wohngrubezog eine gleichmäßig starke Aschenschicht, die vom Brande herrührte, durchden die Hütte zugrunde gegangen war. Sie wies in der Mitte eine schmale,langgestreckte Aufwölbung auf, die durch den ganzen Durchmesser derGrube lief und die vielleicht als Ueberrest einer Firstpfette zu deuten ist.Wenn dies der Fall ist, mag die gedeckte Wohngrube ein ähnliches Aussehenwie die beiden mitgeteilten Weinhauerhütten gehabt und in diesen sich dieErinnerung an eine urzeitliche Bauweise erhalten haben.
( Abbildungen desselben sollen, wenn möglich, im nächsten Hefte 5/6nachgetragen werden.)
Ist der volkstümliche Nikolausbrauch christlichen
Ursprungs?
Eine kritische Betrachtung zu: Karl Meisen ,, Nikolauskult und Nikolaus-brauch im Abendlande Glossary ::: show glossary-entry Abendlande".
Von Dr. Rudolf Kriss( Berchtesgaden).
Die im Titel gestellte Frage wird durch ein vor einigen Monaten er-schienenes umfangreiches Werk von Karl Meisen ,, Nikolauskult und Nikolaus-brauch im Abendlande Glossary ::: show glossary-entry Abendlande"( Düsseldorf 1931), neuerdings aufgerollt. DerUmstand, daß der Verfasser in sehr selbstbewußtem Tone versichert, mitseinem Werke eine Ueberwindung der„ rein mythologischen Deutung" desEinkehrbrauches gegeben zu haben, und fast sämtliche bisherige Forschungs-ergebnisse rundweg ablehnt, fordert dazu heraus, nachzuprüfen, ob diese Be-hauptung durch entsprechendes Beweismaterial genügend gestützt ist.
Es ist nicht meine Aufgabe, die Ehre der heftig angegriffenenGermanisten zu retten. Das wird von anderer Seite erfolgen. Vielmehr werdeich vom volkskundlichen und religionsgeschichtlichen Standpunkte aus ver-
1) L. Rütimeyer a. a. O., Seite 334.
8) R. Forrer: Huttes de pâtres en Alsace. Revue alsacienne illustrée XVI,1914, Nr. 2, Figur 5,