Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde37 (1932) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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37 (1932) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Monarchie und im angrenzenden Bayern zu finden und choreo-graphisch genau aufzuzeichnen. Ihre tanzgerechte Veröffentlichungsoll die lebendige Ergänzung der theoretischen Ausführungen bilden.

Die magische Bedeutung der weiblichen Kopf-bedeckung.

Von Sigfrid Svensson, Stockholm.

In einem Aufsatz Die magische Bedeutung der weiblichenKopfbedeckung im schwedischen Volksglauben", in den Mit-teilungen der Anthrop. Gesellschaft in Wien 1920, hat derschwedische Forscher Dr. Pehr Lugn die Sitte behandelt, daß ver-heiratete und unkeusche Frauen ihr Haar unter einer Kopfbedeckungverhüllt tragen sollen. Es ist ein sehr reiches Material aus Schweden,das hier zum erstenmal zusammengestellt wird. Ueberzeugend hatDr. Lugn nachgewiesen, daß der fragliche Brauch uralt sein muß,und daß er sich nicht aus dem auf 1. Brief St. Pauli an die Korinther11: 5-10 gestützten Verbot der katholischen Kirche für die Frau,mit unbedecktem Haupt die Kirche zu besuchen, entwickelt habenkann. Der Volksglaube gründet sich, meint Dr. Lugn, auf die Vor-stellungen von dem Haare als Sitz einer besonderen Macht. In einemAufsatz über Jungfrukrans och hustruduk"( Jungfernkranz Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfernkranz undFrauentuch"), in dem Sammelwerk Svenska kulturbilder", Teil II( erwähnt in einer Besprechung in dieser Zeitschrift 1930, Seite 75),habe ich selbst die Entstehung des Brauches in einem anderenZusammenhange gesehen. Mit Rücksicht auf den populärenCharakter des genannten Werkes ist dies ohne einen Kommentarzu Dr. Lugns Untersuchung geschehen. Die Standpunkte, die er undich in der Frage einnehmen, sind jedoch so verschieden, daß einVergleich zwischen ihnen von prinzipiellem Interesse ist. Ich zitiereDr. Lugns Zusammenfassung: Die Kopfbedeckung des unver-heirateten nicht jungfraulichen Glossar ::: zum Glossareintrag  jungfraulichen Weibes Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibes bannt, glaubte man, dieseinem Haar anhaftende sexuelle Unreinheit, die, wenn es bar-häuptig ging, menschlichen Wesen oder Tieren in seiner Umgebung,die sich in einem magischen Empfindlichkeitszustand befanden,Schaden zufügte. Des verheirateten Weibes Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibes Kopfbedeckunghinwiederum wurde getragen, als Schutz gegen den bösen Blick,d. h. schädliche Einflüsse übernatürlicher Art, die übertragen

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