Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde36 (1931) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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36 (1931) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Anmerkung 3); deutlicher zeigen dies aber noch die meist folgenden Versedes Spruches:

,, I hoass da Hans Pferschakern,

Beim Fressen und Saufen bin i gern"

( wie in Anmerkung 3). Wäre dies nicht schon deutlich genug, so weist einBöhmerwälderspruch ganz klar den Heischecharakter nach. H. Commenda( Das Nebelberger Rauhnachtspiel, Zeitschrift für Volkskunde, Berlin, 1929,Seite 53) bringt nämlich die Fassung:

,, I bin der Hans von Fesakern,

Wo's epps zan Fressn und zan trinkn gat, da bin i gern.

und bemerkt dazu: Alte Leute der Gegend sagen heute noch, um anzudeuten,daß sie Hunger haben: I bin der Hans von Fesakern".

Wenn im Ofener Dreikönigsspiel der Vers nicht vom Sprecher, sondernvom Mohren Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohren könig gesprochen wird, so ist es darauf zurückzuführen, daßgerade diese Gestalt sehr häufig komische Züge trägt.- Eine immerhin sinn-volle Umdeutung der bekannten Formel mag in:

_

,, Ich tritt herein schön knittel fest",

Nikolausspiel, Ennstal 5),vorliegen. Bei der folgenden Fassung trifft freilich diese Erklärung nichtmehr zu

,, Ich tritt herein ins Knödelfest",

wie es H. Moses beim Burschna" im Semmeringgebiet aufzeichnete®). Inder Form damit gleich, jedoch losgelöst vom Worte Knödel, sind noch:,, Ich tritt herein zum Kindl fest",

und

Halleiner Sommer- und Winterspiel)

,, Ich tritt herein ins Osterfest",

Schwerttanz, Deutsch- Reichenau³).

Offensichtlich sind beim, Burschna" zwei Fassungen gemischt, nämlichdie eine mit dem adjektivischen Gebrauch von knödelfest und die anderemit dem Begriff des Hereintretens in ein, Fest". Bei der Seltenheit dieserzweiten Form ist jedoch eine Ursprünglichkeit nicht anzunehmen.

Der Halleiner Ausdruck dürfte ganz lokal sein; vielleicht ist eineBeeinflussung durch einen bayrischen Spruch( vielleicht auf das MünchnerKind- Fest?) denkbar. Der Reichenauer Schwerttanz hatte möglicherweisein der Zeit der Ausführung Beziehung zu Ostern. In diesem Falle würde dieUmänderung der Formel an die Umdeutung einer anderen erinnern: Statt desbekannten

,, Ein guten Abend geb euch Gott",

bringt ein Pfingstlied aus der Niederlausitz:

,, Eine gute Pfingsten geb euch Gott".")

5) M. Haberlandt, Ein Nikolausspiel. Z. f. öst. Volksk., 1898, Seite 101.

6) A. Haberlandt, Schauspiele der Volksjugend, Seite 7.

7) K. Adrian, Salzburger Volksspiele, Aufzüge und Tänze, Seite 79..8) K. Schacherl( ,, Deutsche Heimat", 1910, Seite 193.)

9) Brunner, Ostdeutsche Volkskunde, Seite 226.