Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
35 (1930) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
Einzelbild herunterladen
 
  

12

soweit es möglich ist, in eigenen, gepachteten oder gemieteten Häuschenihren Garten bestellen, Ziegen oder eine Kuh halfen und das Heu von denBergwiesen ernten. So bekundet sich die Eigenart der Gegend weniger inangestammtem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum, das Ackerbau und Viehzucht mit seinen Regelnbeherrscht, als in der Vertrautheit mit bestimmten Geräten, Kenntnis derEigenart von Tieren, die dem Alltagsleben durch ihre Wettervorhersagenwichtig erscheinen, oder von Pflanzen, die als Nutzgewächse im Garten oderals Heilpflanzen auf den Almen in Ansehen stehen.

Montag in aller Früh verlassen die Holzknechte ihr Heim, um zu dermeist mehrere Stunden entfernten Hütte anzusteigen, in deren Nähe sie bisSamstag arbeiten. Brot, Salz, Speck, Mehl, Eier, Erdäpfel und Kaffee istder wohl in den meisten Rucksäcken vorhandene Mundvorrat, aus dem inder Hütte die Mahlzeiten bereitet werden. Nocken und Schmarren werdenbevorzugt. Während die Winterhütte aus festen Holzstämmen als Blockhausgefügt wird, genügt für den Sommer ein mit Rinde bekleideter LattenbauIn der Hütte frei stehend erhebt sich der offene Herd, Esse genannt,aus Holzstämmen gefügt, mit Steinen gedeckt, auf denen das Feuer brennt.In eine der Vertiefungen, wie sie an beiden Längsseiten angebracht sind, wirdder Gock, der Pfannhalter, eingesteckt. Aus Holz schnitzt sich ihnder Holzknecht selbst, der eiserne ist in Geschäften erhältlich. In der Aus-kerbung steckt der Pfannenstiel, während das Gefäß selbst über der Herd-glut hängt. Das Wasser, das manchmal weit hergeholt werden muß,birgt das Wasserlagl, das, wenn es nicht allzugroß ist, im Notfall einTrinkgefäß ersetzen muß. An den Seitenwänden der Hütte stehen dieBetten oder die Liegerstätten, Bretterverschläge auf Holzpflöcken, in denenStroh und Kotzen vor nächtlicher Kälte schützen. Die dem Slawischen ent-stammende Bezeichnung Bogerat, die Krauß, Eherne Mark 1. S. 271, angibt,ist in der Gegend von Krampen jetzt unbekannt. Im ,, Raststöckl, auch Triechlgenannt, birgt der Holzknecht seine Habseligkeit. Feuchte Späne liegen zumTrocknen auf den beiden parallel über dem Herd laufenden Widasenbam.

wwwwww

Um dem angesägten Baum die gewünsche Fallrichtung zu geben, treibtman in den Spalt einen Keil, dessen oberer Holzteil durch den Keilring um-faßt wird. Der gefällte Baum wird geästet. Im Sommer, solang noch derSaft fließt, wird die Rinde mit dem Rindenschinder oder Pudler abgelöstschinden, pudein. Ist im Herbst kein Saft mehr in den Stämmen, werden siemit dem Schöpser abgeschürft zöschen. Den Hausbedarf an Rindenabfällenträgt man in der Kraxen heim. Die für die Säge nicht geeigneten Stückewerden in meterlange Klötze zerschnitten und mit Hilfe der Scharn zuScheitern geviertelt. Um über die glatten Stämme gehen zu können, schnalltsich der Holzknecht das 10- stollige Eisen an die Füße. Die Bloche werden mitdem Sapl zur Lagerstelle geschleift und von dort auf den Wagen gezogen.Dort verbinden sie eiserne Klampfern untereinander. Der Roatler zieht dieeisernen Ketten, die die ganze Last umschnüren, fest. Für Ketten und Klampfernist ein unter dem Blochwagen hängendes Kästchen der Aufbewahrungsort. Aufabschüssigen Stellen muß der Kutscher den Wagen mit der vorderen undhinteren Schleifn einschleifen. Aus dem Wasser fischt man Holz mit demFlößhack, einer nach beiden Seiten spitz zulaufenden Hacke. Die