Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde34 (1929) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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34 (1929) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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usw.). Wenn man den geistigen Gehalt und die ganze vielverzweigte Vor:stellungswelt, die sich in dem Werke abspiegelt, überschaut, so findetman sich doch immer wieder in der Meinung bestärkt, daß der Titel desHandwörterbuchs, der vom deutschen Aberglauben" spricht, sich mitder behandelten Vorstellungswelt nicht deckt und daß deren Bezeich-nung Volksglaube" sachgemäßer gewesen wäre. Auf Einzelheiten einzugehen ist hier nicht möglich. Jeder Volkskundler wird das Fortschreitendes Werkes mit hohem Interesse verfolgen und sich inzwischen bereitsmit größtem Gewinn des beigebrachten ungeheuren Stoffes bedienen.Prof. Dr. Michael Haberlandt.

Schweizer Volksleben: Sitten, Bräuche, Wohnstätten. Herausgegebenmit zahlreichen Mitarbeitern von H. Brockmann Jerosch. Bd. I.Erlenbach- Zürich, Eugen Rentsch Verlag 1929. 120. S., mit 325 Abb.,8 Taf., 30 Textillustrationen.

Das beginnende 19. Jahrhundert hat uns eine ganze Reihe lehrreicher, mit guten, oft kolorierten Kupfern ausgestatteter Länder und Völ-kerbeschreibungen für unser eigenes Volkstum, für die Balkanländer undandere europäische Gebiete gebracht. Es hat den Anschein, als wollte manden Weg zu diesen beschaulich lesbaren, dabei aber recht gediegenenDarstellungen doch wieder einmal zurückfinden.

Der vorliegende, die deutsche Ost- und Nordschweiz samt Grau-bünden und Tessin behandelnde Band ist wohl im gleichen Sinn für eingroßes Publikum bestimmt und die Mitarbeiter haben sich sichtlich Mühegegeben, dem Buche diese Volkstümlichkeit in der Schilderung der Lands-gemeinden, der vaterländischen Feste, des festlichen Almtriebes, derFaschingsbräuche und all der Eigenarten des Bergbauerndaseins zu wah-ren. Bekennen wir offen, daß die Schlichtesten und ohne poetische Flos-keln beschreibenden Schilderungen namentlich aus der Feder des Herausgebers und der Mitarbeiter für die italienische Schweiz uns am meistenzusagen. Hier ist der gute Geist erdkundlicher Wissenschaft wie zu Zeiten Karl Ritters am lebendigsten. Ausgezeichnet schön und erstaunlichreichhaltig ist der Bilderschmuck, der das einfache häusliche und Arbeits-leben ebenso veranschaulicht, wie viel urwüchsiges Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum, das selbstim neueren Gewande des Volkes noch sich wirksam zur Geltung bringt.Der Herausgeber wie der verdienstvolle Führer in der Schweizer Volks:kunde E. Hoffmann- Krayer sind sich in Geleitwort und Vorrede klar, daßder überlebte Inhalt dieser Dinge der Keim ihrer Vergänglichkeit ist.Freuen wir uns indes des guten künstlerischen Geistes, der mit den altenUeberlieferungen auch im neuen Leben dem Volke noch wach gehalten

wird.

L'Art Populaire Hongrois.( Einleitung von Karl Viski, Erläuterungder Abbildungen von S. Bátky und E. Györffy.) Herausgegeben von derethnographischen Abteilung des ungarischen Nationalmuseums und derUniversitätsdruckerei 1928. 30 S. Text, 240 Bildseiten mit vielen farbigen Tafeln.

Der prächtig und mit Geschmack zusammengestellte Band gibtcinen guten Einblick in alle Kunstzweige, in denen, sei es zufolge ihrer