Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde34 (1929) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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34 (1929) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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technisch- ökonomischen Prozessen der prähistorischen Epochewurzelt, zeigt das Hochzeitsdrama die soziale Evolution derMenschheit, welche ihr Siegel auch dem verwickelten Komplexder religiös- magischen Handlungen aufgedrückt hat, die denEintritt in die Ehe, das Entstehen einer neuen Familie, als einerder wichtigsten sozialen Einrichtungen in der primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Kulturder Menschheit, umgeben.

Wiener Kinderglaube.

Ein Beitrag zu» Volksglaube und Volksbrauch in der Großstadt<<.Gesammelt in Ottakring und Hernals( Wien XVI. und XVII.)von Oberlehrer Leopold Höfer, Wien.

( Fortsetzung.)

Schneidet man sich in den Finger, so wird wer ermordet.Schneidendes darf man nicht verschenken.

Schneider, der Heftnadeln im Kleid läßt, wird ein Stück Stoff ver-schneiden. Bricht die Nadel, kriegt er keinen guten Lehrbuben. Gibter bei Arbeitsschluß die Nadel nicht ins Kissen, sondern läßt sie im Stoff,so näht der Teufel das Gewand fertig; wers anzieht, hat Unglück( vergl Schmied).In den Anzug gibt er ein Geldstück, daß er bald sein Geld kriegt( v).Er spuckt in die Tasche( spirzelt drauf[ a]), daß er Geld kriegt, nicht denAnzug zurück. Bleibt die Schere mit beiden Spitzen stecken, so kriegt erPostarbeit( vergl. Fingerhut). Läßt er Stecknadeln im Paket, bleibt dieKundschaft aus. Wenn sich der Lehrbub oft sticht, wird er ein guterSchneider. Schneiderkäs ist Salz aufs Brot, Das Beuschl eines Schneiders( Lunge) war hin und wurde beim Auswaschen vom Hund gefressen; dafürnäht der Doktor ein Ziegenbeuschl ein. Er ruft:» Meee«. Seine Frau:» Willstwas essen?<<>> Bleedschn!«- Schneiderin spuckt vorm Lieferngehendas Kleid an, dann paẞt's und gfallt's.- Wenn sie Nadel und Faden drinnenläßt, kriegt sie die Lieferung zurück,

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oder er geht liefern<<.

Schnell laufen:» Dem rennt der Teufel nachSchneuzen auf was Wehes, heilt.Schnupfen los: Man schneuzt in ein Papierl und wirfts weg; wersaufklaubt, hat ihn. Schnupftabak reinigt Augen und Hirn.

Schnur wird den frisch Verheirateten vor der Breitenfelderkirche( Wien VIII) vorgespannt und dann kriegen sie Wein; das ist ein Liebestrank.Im Kamptal nehmen sie dabei eigene Tannenbäume und eine Schnurdazwischen. Eine seidene Schnur um den Hals mußte ein Müller inAsparn lebenslänglich tragen; er hatte den Preußen 1866 schlechtes Meh!geliefert und sollte erschossen werden, wurde aber begnadigt.( Paasdorf.)

Schöllkraut, heißt auch Warzenkraut, weil es für Warzen und Krätzengut ist; den Saft schnupfen manche Leute beim Zahnweh.

Schön. Wer schön werden will, muß sich mit sieben Jahren dasFingerkapperl abschneiden. Schöne Frauen, die untreu sind, be-kommen vom Schmied Hufeisen, daß sie den langen Weg aushalten.( Liesing).Schönwetter wird, wenn alles aufgegessen wird( A).

Schopftaube. Ihre Feder stillt jede Not.

Schöpsernes ist der Dieb im Häfen, weil es so zusammgeht.

Schornstein( Schulwort; dafür» Raukfång) auf dem der Hahn sitzt

ist schlecht gemacht; er zerfällt.