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Zur Festtagstracht gehört endlich ein Besteck, bestehendaus« Schnitzer»( feststehendes Messer), Gabel und Streicher, dieoft hübsche Arbeiten darstellen. Sie wurden in einer Lederscheidegetragen und steckten auf der rechten Schenkelseite der Hoseso, daß man sie sehen konnte. Diese schönen Bestecke stammenaus dem Ahrntal, von wo sie Hausierer herumtrugen.
Ein schönes Besteck ist der Stolz des Sarnerbauern. Angewöhnlichen Sonntagen und auch an Werktagen begnügt ersich mit dem« Schnitzer», von dem er unzertrennlich ist. SonstigenSchmuck kennt der Sarner nicht.
Der allgemeine Eindruck dieser Tracht ist der einer solchenaus der Mitte des 17. Jahrhunderts, nur vereinfacht und völligschmucklos, dafür aber außerordentlich männlich und kraftvoll,wie am besten die Gestalten von Egger- Lienz bezeugen und wiesie auch Maler Albert Stolz charakteristisch dargestellt hat( Tafel III, Abb. 2).
Heute trägt der Sarner noch seinen knopflosen Lodenjangger,vertauscht ihn aber häufig, besonders an Werktagen, mit einemgestrickten, gleichgestalteten« Schangger«. Das Brustig ist ver-schwunden und hat einem« Leibl» Platz gemacht, das vornezugeknöpft wird und vorne aus schwarzem, rückwärts aus
braunem Loden besteht.
Die Hose geht jetzt weit über die Knie hinab, ist aber nochimmer« bodenscheu» und hat einen sehr primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven, breiten Schnitt,der den Sarners besonders eigentümlich ist. Der Leibgurt wirdnoch heute allgemein getragen; ebenso die« Hosenkraxe>>, dieaus Leder ist und jetzt den eigentümlichsten Trachtenteil derSarner bildet.
An den Werktagen trägt der Sarner zuhause meist« Knospen»>( Holzschuhe), die aus Birken- oder Lärchenholz im Hause selbstgeschnitzt werden, was mit außerordentlichem Geschick geschieht,auch bezüglich Auswahl im Holze, das nicht gleichgiltig ist.
Eine Eigentümlichkeit des Sarners sind auch die kurzen,blauen Schürzen, die 30 bis 40 cm lang sind, daher nur wie einSchamtuch aussehen, ferner die« Lidärmel» mit den offenenAermeln, die der Sarner besonders bei schlechtem Wetter anzieht.An Stelle der Aermel sind an diesen Joppen zwei lappenartigeStücke an der Schulter angenäht, die einen besonderen Schutzder Schultern ausmachen. Dieses Kleidungsstück ist das aller-altertümlichste, das man vielleicht noch sehen kann und hatwohl auch eine sehr alte Geschichte( Tafel IV, Abb. 2).
Mantel kennt der Sarner nicht, wenigstens nicht im Winter.Die Männer stehen in strengster Kälte auf dem Kirchplatz inihrer kurzen Joppe, die von vorne offen ist und keinen Schutzgewährt. Nur der Hirte im Gebirge kennt einen Wetterkragen,den er um die Schultern wirft.