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konstruktionen offenbar. Im Westen haben sie sich ziemlich klar, in denOstalpen nur im Bundwerk des» Dachstockes« der Tiroler Häuser und amStadelbau erhalten. Beim Vorhallenhaus versagt vorläufig alle völkischeZuschreibung. Im übrigen wäre es besser gewesen, von allem Anbeginn voneiner Mehrheit oberdeutscher Hausformen zu sprechen, die durch den-gewiß germanischen Küchenstuben einbau zunehmend vereinheitlichtwurden. J. Weingartner:» Tiroler Edelsitze« wird insbesonders mit derSchilderung der Turmhausentwicklung dem Kulturforscher viel lehrreichesbringen. H. Wopfner:» Die Reise des Venantius Fortunatus durch die Alpen«macht uns dunkelste Jahrhunderte in der Völkergeschichte Tirols lebendigund weiß das spätere Bild der Besiedlung über Joche hinweg und von Gauzu Gau vortrefflich zur Interpretation der älteren Zustände zu verwerten.A. Haberlandt.
A. Bielenstein: Die Holzgeräte der Letten.( Die Holz-bauten und Holzgeräte der Letten. II. Teil.) Akademieschrift.Petrograd 1918.( 225-838 SS., 546 Abbildungen.)
Dies Buch hat wahrhaftig schicksalhaftes mitgemacht, bis es nun ver-spätet noch immer halb zufallsweise dem Arbeitskreis der deutschen Wissen-schaft wieder gewonnen ist. Heute, wo die Sachkunde auch in Westeuropamächtig im Fortschreiten ist, und auch Rußland in unseren Gesichtskreisgerückt wurde, hilft es der Forschung in vollkommenster Art den Uebergangzwischen Ost und West herstellen. Die gediegene Arbeitsweise des noch vorder Drucklegung dahingegangenen Verfassers bewährt sich in der Betrachtungder Primitivergologie Glossar ::: zum Glossareintrag Primitivergologie aufs beste. Wir erwähnen besonders den Abschnitt überHerstellung und Gebrauch von hölzernem Eß- und Trinkgeschirr, ferner denüber Jagdgerät, Wasserfahrzeuge und Fischerei, Bast für die Kleidung ausder Fülle des nach allen Regeln der volkskundlichen Fragestellung ge-wonnenen und als hohes Lied der Volksarbeit mit aller daran geknüpftenPoesie gebotenen Stoffes.A. Haberlandt.
D. Zelenin: Russische( Ostslawische) Volkskunde.( Grund-riß der slawischen Philologie und Kulturgeschichte.) Herausgegeben vonR. Trautmann und M. Vasmer. Berlin und Leipzig. W. de Gruyter& Co. 1927.( XXVI und 424 Seiten, 245 Abbildungen, 5 farbige Tafeln, 1 Karte.)
Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Rußland auf denverschiedensten Gebieten der Volksforschung eine wissenschaftliche Ernteeingebracht, von der man in Westeuropa kaum eine rechte Vorstellung hat.1300 Fragebogen, enthaltend ein Programm der Volkskunde, das von derneugegründeten Geographischen Gesellschaft ausgegeben worden war, lagenbereits im Jahre 1852 in zum Teil eingehender und erschöpfender Beant-wortung aus verschiedenen Teilen des Landes vor und die gedruckten undungedruckten Beschreibungen dieser Art bildeten bei der GeographischenGesellschaft bald ein ganzes Archiv, freilich mehr folkloristischer Natur,dem sich nun auf dem Gebiete der Ergologie Erhebungen und Veröffent-lichungen der Landwirtschaftlichen Gesellschaften, des Landwirtschaftsminis-teriums über Agrikultur, Fischerei, Jagd, Hausindustrie und Volkskunst ge-sellten, bis die Anthropologie und Volkskunde wie anderwärts im Verein