Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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32 (1927) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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89 f.) an und für sich älter als sie. Uebrigens scheint auch die Tatsache, daßdie mit Wort und Sache nach dem Westen weisende Mälzdarre, die» kölna<( lat. culina) in Blockbau aufgeführt wird, gegen eine zu enge Verknüpfungjust der Badestube mit dem Blockbau zu sprechen.

Für Mitteleuropa steht nun aber einmal fest, daß die ältesten geschicht-lichen Zeugnisse für den volkstümlichen Gebrauch von( Bad) stuben aus demWesten stammen und daß den primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven( skythischen) Dampfbadeinrichtungenim Osten ebenso primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive in der alten Mittelmeerkultur und ihre Weiter-bildungen im römischen Badewesen gegenüberstehen. Die primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiv ergologischenVoraussetzungen für das mittelalterliche Badewesen halten sich somit in Ostund West so ziemlich die Waage.

Sehr bemerkenswerte kulturgeographische Ergebnisse zeitigt die Be-trachtung des Bleuen des Flachses und auch der Maschinentechniker wirdhier wie beim Brechen und Reiben nicht ohne Belehrung bleiben. Der Arbeitist ein ausführlicher Schriftennachweis beigegeben. A. Haberlandt.

Aberglaube und Zauberei von den ältesten Zeiten an bis in dieGegenwart von Prof. Dr. A. Lehmann, weiland Direktor des psychophys.Laboratoriums an der Universität Kopenhagen. Dritte deutche Auf-lage nach der zweiten umgearbeiteten dänischen Auflage übersetzt und nachdem Tode des Verfassers bis in die Neuzeit ergänzt von Dr. med. D Petersen,Nervenarzt in Düsseldorf. Mit 4 Tafeln und 72 Textabbildungen. VerlagF. Enke in Stuttgart 1925.

Das Werk, das die umfassendste und bedeutendste Untersuchung aufdiesem Gebiete darstellt, gliedert sich in zwei große Teile: einen historischenund einen psychologischen.

Im ersten Teil verfolgt der Verfasser I. die Entwicklung der Magievon ihren Anfängen bei den Chaldäern durch das ganze Altertum und Mittel-alter hindurch bis zu ihrer Blüte und Verfallsperiode zu Beginn der Neuzeit,behandelt II. die Geheimwissenschaften( die gelehrte Magie im Gegensatz zurZauberei des Volkes), um endlich III. auf den modernen Spiritismus undOkkultismus überzugehen, eine in Amerika entstandene Lehre, die aber, wieder Verfasser an der Hand seiner reichen Materialsammlung nachweist, ihrenUrsprung im europäischen mittelalterlichen Aberglauben hat.

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Dieser geschichtliche Teil soll wie einst für den Verfasser selbstauch für den Leser die Grundlage zum Verständnis des zweiten Teils bieten:der psychophysischen Untersuchung der Phänomene.

Um eine möglichst breite Grundlage für die psychologische Deutung der Tat-sachen zu erhalten, war der Verfasser bestrebt, verschiedenartige und detaillierteBerichte von abergläubigen Anschauungen und magischen Operationen zu bringen.

Nach der Schilderung der Phänomene sucht der Verfasser den Schlüsselzu ihrer Erklärung in der Psyche des Menschen selbst und zeigt, daß sie inder Form, wie der Aberglaube sie auffaßt, auf mangelnder Kenntnis oder Be-obachtung der Erscheinungen des menschlichen Seelenlebens beruhen; beirichtiger Auffassung finden sie hier ihre natürliche Erklärung. Darum gibtLehmann im zweiten Teil eine ausführliche Darstellung desmenschlichen Beobachtungsvermögens und seiner Män-gel, des Traumlebens, der Seite des Seelenlebens, die man als dasUnbewußte bezeichnet sowie der menschlichen Suggestibili-tät unter normalen und krankhaften Verhältnissen.