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deutsches Gebiet beschränkte Einstellung nicht ausreichen. ¹) An diesenAbschnitt schließt sich ein kürzerer über» Pflanzen« von H. Marzellsehr umsichtig angelegt, ein weiterer über Sitte und Brauch von P. Satori,dem wohl zu knapper Raum zugebilligt wurde, und über» Aberglauben« vonHanns Bächtold- Stäubli, der mit kluger Auswahl den krausen Stoffbändigt. Dem geschulten Volksforscher wird es nicht entgehen, daß großeund wichtige Abschnitte der Volkskultur bei dieser ersten Bearbeitung desStoffes noch ausgeschaltet waren. Wir nennen Tracht und Schmuck, Wirtschaftund Arbeit bis herauf bis zu den Handwerken und zur Volkskunst Stofffür einen ganzen zweiten Band. Um so erfreuter begrüßen wir es, daß wirendlich über eine ausreichende Einführung im deutschkundlichen Teil unsererVolkstumskunde verfügen. Ueber Namen( Personen-, Familien-, Flur- undOrtsnamen) verbreitet John Meier gediegenes Wissen, Josef Müller steuertdie Rede des Volkes« bei, Friedrich Ranke bringt einen vorbildlich inhalts-reichen und klaren Aufsatz über Sagen, Friedrich Panzer nicht minder inetwas breiterer Form über das Märchen, wobei wohltuend der Ausblick insvergleichende Forschen eröffnet wird, endlich unterrichtet Erich Seemannüber das Volkslied unter Hervorhebung des organischen Werdens des Stoffes,eine Auffassung, die ja den Grundton der ganzen Darstellung abgibt. Wirvermögen das nur zu billigen. Handelt es sich doch darum, schon im Lebenstehenden Männern und Frauen wissenschaftlich den Horizont abzustecken unddie Gesichtspunkte zu vermitteln, unter denen sie selbst Erarbeitetes undGewonnenes sich auszubauen vermögen. Zusammen mit E. H. Meyers DeutscherVolkskunde voll der lebendigen Wärme eines deutschen Geistes, undK. Reuschels Darstellung, als dem richtigen Studienleitfaden für Hochschüler,verfügt damit die deutsche Wissenschaft wohl über die besten Grundlagenfür den volkskundlichen Unterricht. Oesterreich hat einen ergänzenden Leit-faden vorweggenommen(» Einführung in die Volkskunde von M, Haberlandt);möge die Schweiz bald nachfolgen, damit alles, was deutsch ist, im Grund-streben geeint sei.
Zuletzt, aber nicht an letzter Stelle, sei der 693 Nummern umfassendeSchriftennachweis des Buches erwähnt, eine Uebersicht, die allein schon demweiterstrebenden Forscher den Band äußerst willkommen machen wird.A. Haberlandt.
L. Rütimeyer: Urethnographie der Schweiz. Schriften derSchweizerischen Gesellschaft für Volkskunde. Band XVI. Basel 1924.( XXI.und 397 Seiten, III Tafeln, 196 Abbildungen)
Der bahnbrechende Forscher auf dem Gebiete der primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Ergologieder Schweiz ist mit dem vorliegenden Buch zu einer Vervollständigung undZusammenfassung seiner schon bisher veröffentlichten Studien geschritten,die nun erst eine Uebersicht der Ergebnisse und ihrer Tragweite ermöglicht.Es ist eine höchst eindrucksvolle Ueberschau, die beweist, daß tatsächlich derForscher, der Europa volkskundlich erfassen will, dies nur mit den Augendes Ethnologen richtig zu leisten vermag. Nur er hat es gelernt, die wissen-schaftliche Ehrwürdigkeit des Kleinlebens der Völker in jeder Art zu achten,über das
1) Vergleiche die ergebnisreiche Arbeit R. MielkeStraßendorf.( Insbesonders die fränkischen Gründungen in Nordfrankreich.)Zeitschrift für Ethnologie 1926. S. 193–217.