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eben demselben Grunde nicht mit der alten Besitztheorie. Die Beziehungenzur Hausgemeinschaft und Verwandtschaft, wie auch zu dinglich älteren Funk-tionen, außerhalb der rein agrarischen, werden noch klarzustellen sein.
Im Positiven wie im Negativen weist uns solchermaßen das Buch neueWege, denen mit der gleichen Gründlichkeit und Gediegenheit nachzustreben,auch jetzt nicht leicht sein wird, wo die Richtung schon feststeht.
A. Haberlandt.
Otto von Falke: Deutsche Möbel des Mittelalters undder Renaissance. Bauformen- Bibliothek, Band XX.( 64 Seiten Text,600 Abbildungen.) Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart.
Das reife Werk eines ersten Fachmannes würde Beachtung fordern,auch wenn es methodisch wie inhaltlich dem Volksforscher nur ein Nachbar-gebiet eröffnen würde. Das vorliegende Buch bringt aber so viel aus demBereiche des älteren Volksbesitzes selbst, daß wir es als ein unentbehrlichesQuellenwerk für jeden Volksforscher auf seinem eigenen Gebiet ansehenmüssen. Dabei erscheinen uns vor allem die Grundsätze hervorhebenswert,die Falke für den Quellenbestand an Möbeln des frühen und romanischenMittelalters bis 1300 nicht nur aufstellt, sondern auch konsequent zur Durch-führung bringt:» Um in das Dunkel des frühen Mittelalters hineinzuleuchten,das die Entstehung der ältesten nachantiken Möbelformen verbirgt, ist esunumgänglich, neuere Möbel altertümlichen Stils mit heranzuziehen, die alsErzeugnisse einer völlig stationär gebliebenen Volkskunst die Formen, Bauartund Verzierung der Frühzeit so unverändert festgehalten haben, daß mandaraus auf ihre Urtypen zurückschließen kann. Solche bäuerliche Möbel vonausgesprochen mittelalterlicher Gestaltung fanden sich in der unzugänglichenBergwelt der Alpen und Skandinaviens, überhaupt in verkehrsfernen Gegenden,wo bei ursprünglichen Wirtschaftsformen auch die Lebensweise und die Be-hausung primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag primitiv geblieben waren. Und:» Auch einige nichtdeutsche Möbelsind hereingezogen worden. Diese Grenzüberschreitung rechtfertigt sich fürdas hohe Mittelalter dadurch, daß namentlich in Skandinavien Möbel vonromanischen Formen sich erhalten haben, die einst auch in Deutschland ge-bräuchlich waren, aber nur noch in bildlichen Quellen nachweisbar sind.<< Mandarf, ohne diese Methode zu überspannen, ruhig behaupten, daß man räumlichbei manchen Typen noch viel weiter über Deutschland wird ausgreifen müssen,um ihrer Genesis auf den Grund zu kommen, wie namentlich bei den Sattel-dachtruhen und im besonderen bei denen mit Schindelfügung der Wände.Vorläufig dürfen wir uns aber des ohnehin gebotenen in künsterischer Hinsichtgeradezu überwältigenden Stoffes und seiner vorzüglichen Bearbeitung unein-geschränkt erfreuen. Die Abstammung von antiken oder byzantinischen Vor-bildern stellt Falke für die Sitzmöbel aus rundgedrechselten Holzpfosten undStäben fest. Dinge, die sich in der Volkskunst des Nordens und etwas ver-ändert in der Norddeutschlands, ganz archaisch aber im Kaukasus bis auf dieGegenwart erhalten haben Den Kastensitzen des Mittelalters, Arbeiten inSchreinertechnik, ordnet Falke auch den aus einem Klotz gearbeiteten Stuhleiner Schachfigur in Darmstadt und den Stuhl der Maria auf einem Relief derAnbetung an der Domtür zu Spalato( 1214) zu. Wir meinen, daß B. Schmidthier konsequenter vorgegangen ist, wenn er diesen Typ an die nordischenKubstol- Formen anschließt, Lehnstühle, die aus einem vollen Baumklotz