Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde31 (1926) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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31 (1926) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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so tuat er wohl auf sei' schneaweiße Håndund gibb an Sög'n ibar Foiar und Brånd,

daß dås Foiar niedersaẞ

und dåß es niamar weiterfraẞ.

Wird in einem Hause dieser Spruch alle Tage gebetet, sowird darin kein Mensch getötet werden, kein Feuer auskommen,kein totes Kind geboren u. s. w.

b) Der folgende Feuersegen aus dem Gurktal besteht nurmehr aus der Zauberformel; vielleicht gehörte sie einst zumvorigen Spruch.

Bis( sei) mir willekumm, du feuriger Gast!

Greif nit weiter, dann du hast.

Das zähl ich dir, Feuer, zu einer Bueẞ,daß du sollst legen deine Gluet.

Ich gebiete dir, Feuer, bei Gottes Kraft,die alles tuet und alles schafft:

du sollst stille stehen

und nit weiter gehen,

so wahr Christus stand im Jordan,

da ihn taufte Johannes, der heilige Mann.

Ich gebiete dir, Feuer, bei Gottes Kraft,

so wahr Maria behielt ihr Jungfrauschaft Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrauschaft:

ich gebiete dir, Feuer, du sollst legen deine Gluetbei Jesu Christi teurem Bluet,

das er für uns vergossen hat

für unsre Sünd und Missetat.

Das zähl ich dir, Feuer, zu einer Bueß im NamenGottes des Vaters und des Sohnes und des

heiligen Geistes. Amen.

2. Schußsegen aus Dellach im Drautal.

Pulver und Blei, halt ein dein Schuß,gleichwie Jesus stand in dem Zedronfluß.Stachel und Eisen, halt ein dein Kraftgleichwie Maria ihr Jungfrauschaft Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrauschaft.

Stein und Stachel, behalt deine Flammen,so gut als Jesus seinen Namen. Im Namen

des Vaters u. s. w.

3. Wetterbeschwörung.

Im Glan-, Gurk- und Metnitztal, aber auch im Mölltal begibtman sich beim Herannahen eines Gewitters auf einen freien Platz,macht das Kreuzzeichen gegen die Wolken und spricht denWetterspruch. Im Gurktale warf man Rechen, Ofenkrücken, Stühlemit nach oben gekehrten Zacken und Füßen vors Haus, begannzu segnen und sprach dann den Wetterspruch:

Ziach hin, ziach hinin die wilde Romanei,wo ka Hahnle kraht,wo ka Måhder maht,

wo ka Bliamle blüaht,

wo ka Rind nit lüet!( schreit.)

In diese Gruppe gehören ferner alle Beschwörungsformeln,um krankes Vieh wieder gesund zu machen, Verhexungen auf-zulösen, gestohlenes Gut wiederzubringen, Sprüche, die Liebes-