Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde31 (1926) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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31 (1926) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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einanderhalten Ordnung gebracht werden kann, muß der Forscherauf die Mitarbeit des Volkskundigen rechnen, der, indem er be-ginnt seine Arbeit auf geschichtlichen Boden zu stellen, demPrähistoriker, der vom anderen Ende der Entwicklungsreihe, demAnfange herkommt, allmählich die Hand reichen muß. Zwischenbeiden stehen die einzelnen Fächer, die von Anfang an auf ge-schichtlichem Boden gearbeitet haben und indem sie wie dieKunstgeschichte einsehen lernen, daß sie nach Zeit, Ort undGesellschaft das Ganze erfassen müssen, sich, wollen sie endlichin Fragen von Wesen und Entwicklung der Sachen von derGeschichtsphilosophie auf wissenschaftlichem Boden loskommen,mit der Prähistorie und Ethnologie als ihren neuen Hilfswissen-schaften zusammentun müssen.

» Geanmaul« und» Maulauf«<.

Von Dr. Rosa Schömer, Wien.

Die verschiedenen Typen der Kienspanhalter oder-Behälterbilden eine eigene Gruppe unter den Beleuchtungsgegenständen,da der Kienspan, um ordentlich brennen und leuchten zu können,eine andere Art der Unterlage oder Befestigung als die übrigenLeuchtmaterialien verlangt.

Neben den einfacheren Formen, in denen der Kienspan freibrennt, die zu dem altererbten Inventar der bäuerlichen Rauch-küche und-Stube gehören und auch in Burgen und mittelalterlichenStadtwohnungen üblich waren, solange dort das offene Herdfeuerbrannte, finden sich höher entwickelte Typen, in denen durchAnschluß an den Schornstein oder durch einen darüber befestigtentrichterförmigen Rauchhut für Abzug des Rauches gesorgt ist. ¹)

Zur ersten Gruppe gehört die im Binnental in der Schweizgefundene Steinlampe primitivster Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivster Art, die aus einer Steinplattebesteht, auf der die Kienspäne verbrannt wurden; 2) ferner jeneHalter, in die der Span wagrecht oder schräg nach oben gestecktoder geklemmt wird, wie bei den aus Stein, gebranntem Ton,Holz oder Schmiedeeisen gefertigten Spanleuchtern.

Die verschiedenen Typen zeigen im allgemeinen mit wenigenAusnahmen³) die reine Zweckform, ohne weitere Ausgestaltungoder nur mit geringen Ansätzen dazu.

1, Zeitschr. f. österr. Volksk., X, 1904, S. 5 ff., 147 ff., XXI, 1915/16, S. 90;Das Bauernhaus in Oesterreich- Ungarn und seinen Grenzgebieten, S. 141 ff.,Das Bauernhaus in Deutschland und seinen Grenzgebieten, mehrere Stellen.Fredr. B. Wallem: Lys og Lysstel i norske Kirker og Hjem, S. 39 ff.*) Rütimeyer: Ürethnographie der Schweiz, S. 56.

3) Köpfe aus Ton, ein Spanhalter aus Schmiedeeisen in Gestalt einessitzenden Mannes, in dessen Händen der Span festgeklemmt wurde:Benesch, Das Beleuchtungswesen vom Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahr-hundertes, Tafel I, Nr. 133.