Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde26 (1920) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
26 (1920) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für Volkskunde.

bemerkenswert das überlange Exemplar, zur Enten-jagd dienend, von Skutari.

In den Pulten links Spitzen, Geräte zur Fez-herstellung sowie Zigarettenspitzen in kunstvollerDrechslerarbeit; im Pult rechts Schmuck undsonstige Arbeiten in Silber, Filigran. DarüberAquarelle des Malers L. Forstner mit Trachten ausAlbanien. Entlang der Raumrückwand ver-schiedene Arbeits- und Hausgeräte; besonders be-achtenswert die Kupferkanne mit figuralem Friesverziert beim Fenster, die Tischplatten ausverzinntem Kupfer, die Backdeckel für die Brot-bereitung, ein höchst altertümliches Töpferrad mitzugehöriger primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiver Keramik. Zahlreiche Gegen-stände in diesem Raum sind Leihgut des Albanien-forschers Freiherrn Dr. Franz Nopcsa.

RAUM XII.

Südosteuropa.

Die Trachtenstücke und Stickereien stammenzumeist aus verschiedenen russischen Gebieten;be-merkenswert die Tscheremissen- Weibertracht Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibertracht imFenster schrank links. In den Pulten magyari-sches Kleingerät; beachtenswert die primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivenhölzernen Schafzeichen aus der Raaber Gegend. Deraltertümliche Tisch mit gotisierender Ornamentikauf den Zargen stammt aus Siebenbürgen. Einegrößere Anzahl der hier ausgestellten Stücke istEigentum der anthropologisch- ethnographischen Ab-teilung des Naturhistorischen MuseumsRAUM XIX.

Schlesische Weberstube.

Die einfache Stubeneinrichtung. Bett, Tisch( von sehr altertümlicher Form), Drehbank undSchüsselrem aus Ostschlesien Neben dem Webstuhlbemerkt man Spulrad, Scheerbank, Zwirnrad, Haspel,Spinnräder und andere Behelfe. Außerdem beachteman zwei altertümliche Bandwebstühle aus denSudetenländern in der Wandnische links.

RAUM XX.

Istrianer Küche.

In diesem Raum fällt vor allem der Herd mitdem Rauchmantel, dessen Bord in gebräuchlicherWeise Krüge, Teller und sonstiges Geschirrschmücken, in die Augen. Im Fensterwinkel rechtseine Hausmühle mit zwei aufeinander rotierendenSteinen von der Insel Cherso; die Truhen in typischerWeise mit Ritztechnik verziert.

RAUM XXI( im rechten Erdgeschoß- Gang).

Schweiz und Deutsches Reich.

ver-

In diesem Raum sind Objekte vorzugsweise ausdem Wallis, Savoyen( Haut Maurienne) und Grau-bünden untergebracht. Besonders bemerkenswert dieSalzgefäße in Vogelform, die Geräte für die Milch-und Käsewirtschaft und die reichhaltige Sammlungvon Kerb- und Rechenhölzern( Tesslen) in dermannigfaltigsten Ausstattung und für dieschiedensten Zwecke angefertigt. In der rechtenEcke auf den Wandgestellen reich bemaltes Ton-geschirr, zumeist aus Heimberg. Die meistenSchweizer Objekte sind von Dr. Eugenie Gold-stern gesammelt. Im Glaskasten und Pult rechtsinteressante Sammlung von Hauben aus Bayern,Baden, Württemberg und Preußen.

RAUM XXII.

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( Eintritt vom Durchgang zwischen den beidenMuseumshöfen.)

bretonischenEinrichtung einerWohnstube: Geschnitzter Kamin, Schrankbettmit Truhe, altertümlicher Tisch mit Schüsselgruben.Büfett. Zwei Trachtenpuppen mit altbretonischenVolkstrachten.

In den Pulten kleiner Hausrat, Schmuck undAmulettfiguren( Falsifikate).

Volkskundliches aus der römischen Cam-Wiegepagna; Truhe, Stühle,sowie kleine

Arbeits- und Wirtschaftsgeräte von daher.

RAUM XXIII.

Volkskunde der Basken. Dr. RudolfTrebitsch- Sammlung.

Die Basken sind der letzte Überrest der vor-indogermanischen Bevölkerung( Iberer) im äußerstenSüdwesten Europas( Pyrenäen und angrenzendeGebiete). Ihre altertümliche Kultur zeigt gehäufteRückzugsformen von altertümlicher Artung, die aberauch sonst in entlegenen Gebieten der romanischenVölker vorkommen. Besondere Aufmerksamkeit ver-dienen die Geräte der Hirten- und Viehwirtschaft,die Sudsteine zum Kochen der Milch, Reibsteinezum Reiben der Schokolade( baskisches National-getränk), die geschnitzten Spinnrocken und sonstigenGeräte der Hanf- und Flachsbereitung; Tongefäßevon zum Teil antiker Formgebung. Stickereien undNetzarbeiten für den kirchlichen Gebrauch.- Karne-valsreiter. Hölzerne Kugeln und Bälle für dasnationale Ballspiel. Die Sammlung ist die voll-ständigste Darstellung der baskischen Kultur inEuropa. Sie wurde von Dr. Rudolf Trebitsch per-sönlich zustande gebracht.

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Im großen Gartenhofbemerkt man in der rechten Ecke eine Zusammen-

stellung alpenländischer Grabkreuze in reicherSchmiedearbeit zumeist des 18. Jahrhundertes sowiebemalte und beschnitzte Totenbretter( Rêbretter)aus Salzburg und dem Böhmerwald; ferner einekleine oberösterreichische Hauskapelle( Schacher<=sacrum). In der linken Ecke sogenannte Bogumilen-Grabsteine und Platten von Bogumilen- Denkmälern( 14. 15. Jahrhundert) aus Bosnien und der Herzego-wina. Hirtenwagen aus der römischen Campagna.

Hüttenmodell von den Lagunen bei Grado.Bunt bemalte rumänische Weg- und Totenkreuzeaus der Umgebung von Craiova. In der Nischelinks türkische Grabsteine aus Skutari.

In der Hofmitte: Wagner- und Schmiedezeichenmit beweglichen Figuren( Antrieb erfolgt durch dasWindrad) aus Hall in Tirol. Am Gitter rechts:Wagnerzeichen auf Säule aus Goisern, Oberöster-reich; links: Marterkreuz aus Niederösterreich.

Museumsdienst.

Direktor: Hofrat Prof. Dr. Michael Haberlandt.Kustos Privatdozent Dr. Artur Haberlandt.Verwalter Engelbert Jünger.Bibliothek Olga Führer.Kanzleistunden: An Wochentagen von 9-1 Uhr.Auskünfte an das Publikum erteilt der Museums-verwalter.