Jahrgang 
77 (1974) / N.S. 28
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Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Krüger in die zweite Hälfte der iberi-schen Welt, nach Südamerika. In Mendoza, an der Universidad de Cuyo, betrieber seine Studien weiter, veröffentlichte von dort aus wieder sehr viel, dochfreilich nunmehr meist in französischer oder in spanischer Sprache. 1950 er-schien sein wohl schon lange vorbereitetes Buch Geographie des TraditionsPopulaires en France"( Mendoza 1950). Zeitschriftenaufsätze dieser Jahre zeig-ten, wie sehr er bemüht war, seine gesammelten Materialien aufzuarbeiten. Solegte er seine Alten Erntegeräte in der Romania" vor( Extrets d'EstudisRomanics, II, Barcelona 1949-50), die angesichts der damals stark betriebenenStudien über altes Erntegerät besonders willkommen waren. In der gleichenZeit berichtete er ausführlich über, Tradition und Kulturwandlungen in West-frankreich"( Zeitschrift für romanische Philologie, Bd. LXVII, 1951), und wennKrüger sich mit einem solchen Thema beschäftigte, dann handelte es sich nichtum kulturphilosophische Betrachtungen, sondern um klare sachkundliche Fest-stellungen. Dann kam die Zeit, in der Krüger seine Möbelstudien in spanischerSprache zu veröffentlichen begann. Etwa die Arbeit über die Drechslerei ,, Latorneria, supervivencia asturiana de un antiguo oficio europeo"( Estudiosdedicados a Menedez Pidal, Bd. III, Madrid 1952), und seine ,, Preludios de unestudio sobre el mueble popular en los paises romanicos"( Homenaje R. Oroz,Santiago de Chile, 1955). Eine Spezialabhandlung basierend auf reichem Auf-nahmematerial, veröffentlichte er dann über Herd und volkstümliche Möbelauf der Insel Terceira( Observaciones sobre un legado etnografico del Dr. Luisda Silva Ribeiro. El hogar y el mobiliario Popular de Ilha Terceira. Mendoza1957). Dann erreichten uns einige Vorspiele zu seinem Möbelwerk, so besondersdie Studien zu der Typologie der Salzgefäße: Aportes a la tipologia del salero"( Homenaje a Damas Alonso, Bd. II, Madrid 1961) und Divagaciones sobreformas primitivas Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivas de saleros y de objetos afines"( Munibe 1-2, San Sebastian1962). Mit 75 Jahren hat Krüger dann das Hauptwerk auf dem Gebiet dersachromanistischen Möbelforschung erscheinen lassen können: El mobiliariopopular en los paises romanicos"( Coimbra 1963), ein Werk von fast tausendSeiten: VI und 933 Seiten, 76 Fotos und 78 Tafeln mit Zeichnungen.

Diese kurzen Hinweise können keine Bibliographie Krügers geben, einesolche wird sicherlich von kundigerer sachromanistischer Hand erstellt werden.Aber man muß doch eindringlich auf das achtungsgebietende Werk eines Man-nes hinweisen, der an die sechzig Jahre hindurch mit eisernem Fleiß und einergewaltigen Zielbewußtheit sein Gebiet bearbeitet hat, anregend von den erstenAufsätzen an, anregend durch die Mitarbeit in der unschätzbaren HamburgerZeitschrift ,, Volkstum und Kultur der Romanen", anregend für seine Ham-burger wie für seine argentinischen Schüler all die Jahrzehnte hindurch. DieVolkskunde wird das Andenken Fritz Krügers stets in Ehren halten.

Leopold Schmidt

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