Jahrgang 
77 (1974) / N.S. 28
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Dem Erntedankfest, als einzigem Staatsfeiertag der USA- um Gedenkenan die Pilgerväter", als den idealisierten Erstkolonisatoren, in denen der jungeStaat seine ideellen Begründer sieht, jährlich hoch gefeiert galten 3 deramerikanischen Beiträge. Der 4. zeigte die außerordentliche Rolle auf, die fürheutige Prärieindianer Glossar ::: zum Glossareintrag  Prärieindianer ihre traditionellen Nahrungsmittel, Kostformen undSpeisebräuche zur Selbstidentifikation, zum Selbstbeweis ihrer Eigenart undihres Stammesstolzes, gleichsam als eine Art Seelennahrung" spielen.R. L. Welsch hatte, als vollgültiges Stammesglied aufgenommen, 1967 unterdiesen gelebt. 5)

Anklang an eine Art, Seelennahrung" sprach auch aus Beobachtungen vonK. Köstlin, ausgehend von der Letztentwicklung in Schleswig- Holstein. Imalles einebnenden, seelenlos gleichmachenden technischen Klima des Heute ent-steht aus innerem Unbefriedigtsein, aus einer Art Heimweh und Sehnsucht nachLebendigem, nach Selbst-, Eigen- und Sondersein eine sekundäre, eine folklori-stische, gleichsam eine Volkskultur aus zweiter Hand, deren Sog nun als Letztesauch regionale, traditionelle Kost, Speisen und Kostformen erfaßt. Frage undAppell an unser Gewissen sei hier, schärfer und prägnanter, als vom Vortragen-den eingefügt, herausgehoben, stellt doch überall heutiger Trend uns vor die-selben Probleme; Gewerbe, Großindustrien, Großhandel, Fremdenverkehrsbe-triebe und Gaststätten stellen sich auf den neuen Sog ein, suchen ihn für ihrGeschäft zu nutzen. Dürfen wir, als Fachkundige, ihnen unser Wissen schran-kenlos ausliefern? Könnte es nicht furchtbare Enttäuschung geben, wenn auchdieser, der letzte, der gemeinschafts- und hausintimste Bereich ebenfalls durchStandardisierung, modische Massenherstellung, Massenwerbung und Massen-medien bald abgeschmackt, als allgemeine Massenware abgewertet und gleich-gültig wird?

Die zu statisch- schematische, heutiger Dynamik nicht mehr entsprechendeArt soziologischer Betrachtung in Nahrungs-( wie Gesamt-) Volkskunde suchteU. Tolksdorf aufzuzeigen, zu sprengen, angepaßtere Denkmodelle vorzu-schlagen. Wenn auch in heute vielfach übliche oft mehr verschleiernde alsklärende Abstrakta gekleidet, ein sehr gründlicher und dankenswerterBeitrag! 6)

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Die Notwendigkeit der Gewinnung einer klaren Systematik der Volks-speisen gegenüber schillernd unklarem Wortgebrauch wie eines auchbiologisch- kulturellen Aspektes suchte die steirisch- österreichische Arbeit zubetonen, ihr Thema darnach gestaltend.

Benachteiligt und etwas zur Seite geschoben erschien Plan und Vortrag vonProf. Günther Wiegelmann, als einzige Lesung spät abends, am vorletztenTage, noch dazu nach ermüdendster Monsterfahrt am Vortag angesetzt. Schonvor ihrer Abreise hatten die Teilnehmer vom Volkskundlichen Institut Münster

5) Neuerdings hat R. L. Welsch, Nebraska- Lincoln, uns Brief und Ab-lichtung eines Arbeitsberichtes, sowie Vorschläge, unsere fachliche Weiterarbeitauf brennende Zukunftsprobleme auszurichten, zugesandt und um Stellungnahmegebeten. Deren Beantwortung wird in nächster Zeit auszuarbeiten sein.

6) U. Tolksdorf, an der Neuerstellung des Preussischen Wörter-buches"- dessen fast fertige Unterlagen im Kriege verbombt- mitarbeitend,hat eine ausgezeichnete Studie Pilze als Nahrung" in Kieler Blätter zur Volks-kunde, Bd. III, 1971, S. 5-26, kürzlich eine erstaunliche ,, Sammelnahrung inOst- und Westpreussen" Jb. f. Ostdeutsche Volkskunde, Bd. 16, 1973, S. 7-77vorgelegt.

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