und abwägende Schilderung in Wort und Bild von einem Außenstehenden, demzahllose Schätze jener versunkenen Welt städtischen Handwerkertums aus Öster-reich und Ungarn, aus Süddeutschland und Schlesien bis Preußen hin und aussehr verschiedenen Gewerben und landschaftlichen Sonderprägungen in demvon ihm geleiteten„ Österreichischen Museum für Volkskunde" in Wien undin seinen Außenstellen zur Verfügung, Betreuung und Vermittlung in unterhalt-sam belehrender Schau immer bereit stehen. Daß ausnahmslos alle Bildbei-spiele aus diesem Hause und weitestgehend aus der Vergangenheit Wiens undder österreichischen Bundesländer gewählt wurden, aufgehellt mit historischenErinnerungen neben dem Hinweis auf das ernste, halbernste und gelegentlichauch etwas spöttische Gebaren der Zunftzeichenmaler, ist erwünscht und freutden Kenner wie den, der auch noch die anderen Schätze in der Laudongasseund auf manchen Schlössern in Niederösterreich kennen lernen sollte. Wie weitnach Italien und Spanien die Kulturverbindungen( nicht nur die Wanderwege!)der Handwerker gingen, wird an Hand der Heiligen als besonderer Schutzpatroneverschiedener Zünfte dargetan. Dabei werden diese Heiligen selber gerne geradebei der Arbeit abgebildet. Dies im Kleinen der Zunftschilder wie im Großender Tafelbilder-, Altar- und Kapellenstiftungen der Zünfte, auf den Prozessions-stangen zu festlichem Aufzug im kirchlichen Gepränge. Überall war das„ Zeichenhafte" wichtig genug für den Handwerker, sich in der abendländischen Glossar ::: zum Glossareintrag abendländischenWelt bei den„ Seinen" einfinden zu können in Zunfthaus und Herberge. Auchwenn so viele„ Zunftzeichen" von damals, ihrer einstigen Funktion beraubt undin unseren Städten zumeist abmontiert, aber in Heimatmuseen abgewandert,nicht immer nach ihrer lokalen Herkunft mit Sicherheit bestimmt werdenkönnen, sind sie sprechende Zeugnisse einer in sich doch sehr durchgeformtenWelt. Daß bei der Erörterung des zentralen, beweglichen Gegenstandes derZunft, bei ihrer„ Lade" auch die Querverbindungen zu Möbelkunst, Kunstge-werbe und Rechtsbestimmungen gezogen werden, ist bei dieser vertieftenBreitenschau über Handwerksüberlieferungen der Forschungsmethode des Ver-fassers ebenso entsprechend wie die insbesondere für das 16. und 17. Jahrhun-dert so notwendige Beleuchtung der reformations-, sozial- wie allgemein kultur-und politisch- geschichtlichen Folie, vor der sich das Handwerkerleben, im,, Zeichenhaften" beständig und alles Eigentum mit diesem„ Zeichen" signierendabspielte. So liest man denn auch gerne die köstlichen Exkurse über Verwandtesaus gleicher Herkunft, über Tischzeichen, Zeremonial- Hämmer, über Ofenauf-sätze der Zunftstuben und Wirtshaus- Ecken usw. mit ihren Bezügen zur beson-deren Heraldik der kleinen, aber selbstbewußten Handwerker. Ehe sich derVerfasser den Hängeschildern zuwendet, mit ihren Querverbindungen zur Zunft-fahne in der Kirche, zum Votivwesen der Handwerksleute, nicht nur auf denTafelbildern, den Bahrtüchern mit der Zunftheraldik, klingt auch noch manchesaus seinen Bemerkungen über das vielfach in den Heimatmuseen gesammelteTrinkgeschirr der Zünfte mit ihrem festen, kommentmäßigen Geselligkeitsritualaus dem uns Heutigen ferngerückten und doch in dieser liebevollkundigenSchilderung so unmittelbar ansprechend nahe gebrachten Leben der Hand-werker herüber. Das verdichtet sich zusätzlich noch in den( jeweils auch nochgesondert kommentierten und katalogartig erhellten) 48 Farbbildern der„ Zunft-zeichen" denen abschließend noch ein weiterführendes Literaturverzeichnisbeigefügt ist. Man darf sich über Darstellung, Bilder und nicht zuletzt!den Verlag sehr freuen.Leopold KretzenbacherEmil Mück, Die Geschichte von Marchegg. Zehn Fortsetzungen. Heft 8.48 Seiten mit mehreren Abbildungen im Text. Marchegg( N.-Ö.) 1973,im Selbstverlag des Verfassers( Marchegg, Bahnhofstraße 74).
In längeren Abständen erschienen die Lieferungen dieser Geschichte derniederösterreichischen Grenzstadt Marchegg, die ihr betagter Verfasser mit
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