befindet sich eine Silberfigur, die den jungen Christian IV. beim Ring-reiten zeigt.
Das bedeutendste kulturhistorische Museum Dänemarks ist dasNationalmuseum in Kopenhagen 3). Es besteht heute aus acht eigen-ständigen Abteilungen mit gänzlich verschiedenen Sammelschwerpunk-ten. Von den volkskundlich orientierten Abteilungen( III. und VII.)war bereits die Rede. Im Augenblick befindet sich das Volksmuseumals III. Abteilung mit dem größten Teil seiner Bestände noch im Ge-bäude des Nationalmuseums, dem ehemaligen Prinzenpalais, das 1742bis 1744 errichtet wurde. Möglicherweise übersiedelt das Volksmuseumaber eines Tages ganz in die in Brede zur Verfügung gestellten Ge-bäude 34).
Die I. Abteilung enthält prähistorische Gegenstände. Hier seiennur die Runensteine und der„, Sonnenwagen" von Trundholm genannt,der aus der Zeit um 1200 v. Chr. stammt. Diese vorgeschichtlicheSammlung gehört zu den größten ihrer Art in der Welt.
In der II. Abteilung sind Stücke aus dem Mittelalter und derRenaissance zusammengetragen. In Dänemark reicht dieser Zeitraumbis 1660, dem Beginn der absoluten Monarchie. Hervorragende Ob-jekte der mittelalterlichen Sammlung sind zum Beispiel ein um 1050bis 1100 geschaffenes Kruzifix in vergoldetem Kupfer, das einen demIdeal der Wikinger nachempfundenen siegreichen und königlichenChristus zeigt.
Abteilung III. schließt sich zeitlich und inhaltlich voll an Abtei-lung II. an, verlagert allerdings ihr Gewicht von der Hochkultur auf diebäuerliche Kultur.
Die größte Abteilung des Nationalmuseums ist die Ethnographi-sche Sammlung. Einzigartig ist die Darstellung der Eskimo- Kultur Glossary ::: show glossary-entry Kultur, dienicht nur die Eskimos Glossary ::: show glossary-entry Eskimos Grönlands, sondern auch Kanadas und Alaskasumfaßt. Aber auch andere Polarvölker wie die Lappen Glossary ::: show glossary-entry Lappen und sibirischeNomadenstämme sind vertreten. Die Abteilung besitzt ferner Raritätenaus den Kulturen amerikanischer Indianer Glossary ::: show glossary-entry Indianer, pazifischer Stämme, afri-kanischer Völkerschaften und asiatischer Hochkulturen.
33) G Boesen a. a. O., S. 25-46.
34) H. Rasmussen berichtet in seinem historischen Überblick überdas Volksmuseum, daß das Gelände der aus dem 18. Jahrhundert stammendenund sehr idyllisch gelegenen Wollspinnerei in Brede 1959 vom Nationalmuseumerworben wurde, daß aber nur ein Teil der Bestände des Volksmuseums, seinerArchive, Bibliothek und Verwaltung dorthin übersiedeln konnte, weil dieInstandsetzung der Gebäude für Museumszwecke nur langsam voranschreitet.Auch bei meinem letzten Besuch in Brede im Herbst 1972 konnte ich fest-stellen, daß die Sammlungen des Volksmuseums im wesentlichen noch imNationalmuseum in Kopenhagen ausgestellt sind. Dagegen fand die Ausstellung,, Vore Bedsteforeldres Tid" in Brede statt, ebenfalls eine 1972 laufende Aus-stellung über Seefahrt und Fischerei, die aber wohl ständig dort bleiben soll.
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