Jahrgang 
76 (1973) / N.S. 27
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am Ostersonntag zur Weihe getragen werden, deren man manchmalauch die Tiere teilhaftig werden läßt 54).

Das Fronleichnamsgrün steht in seiner brauchtümlichen Verwen-dung dem Palmbuschen fast gleichberechtigt an der Seite. So gelangtdieses auch in Form von Teilen der einst in Niederösterreich prächtigaus Blumen und Blättern geflochtenen Fronleichnamskranzel", derdie Altäre und Wege zierenden Girlanden, Gräser und Stauden, hie undda in die Maulgabe, allerdings oft erst zur Weihnachtszeit 5). Dasgilt sogar für den Blumenschmuck der farbfrohen Rohrer Fronleich-namsstangen 56). Eine christliche Rechtfertigung der brauchtümlichenVerwendung des Fronleichnamsgrüns liegt heute natürlich zumeistdarin, daß man meint, es sei durch die Anwesenheit des Allerheiligstenim Umgang gesegnet. Im übrigen hatten die Fronleichnamskränzchenfrüher in Niederösterreich offenbar vielfach eine ähnliche Funktion wiedie Kräuterbuschen, die in anderen Teilen Österreichs gewöhnlich anden ,, Frautagen" im späten Sommer ihre Segnungen durch die Kircheerhalten. Hier in Niederösterreich, aber auch in Oberösterreich, sinddiese Kräutersegnungen im Spätsommer kaum üblich 57), was sicheventuell wieder auf verschiedene alte Diözesanzugehörigkeiten zurück-führen ließe.

Bezüglich des Palmbuschens bleibt noch zu erwähnen, daß sichselbstverständlich immer wieder auch jene Pflanzen in der Maulgabefinden, die zum Palmbuschen hinzugebunden und so auch gesegnetwurden; etwa das, Schradllaub, das Zettergrass, Segenba'm" undÄhnliches.

In einigen wenigen Ortschaften wird auch die Asche des Palm-buschens dem Vieh in das Futter gegeben. Der Palm darf ja infolgeseiner Segnung nach dem Ablauf eines Jahres nicht einfach wegge-worfen werden, sondern er wird, wie alle Dinge, die als geweihtgelten und ausgedient haben( etwa die unverbrauchten Tauföle derKirche, alte Heiligenbilder, Brotbrösel), verbrannt, und zwar vielfachim Rahmen der kirchlichen Feuerweihe. Vom Verfüttern der Aschenach dem, Judasverbrennen" in Haugschlag war schon die Rede 58).

54) Teufelsbauer, S. 59. Rauscher, S. 68. Eig. Aufz. Kürnberg:Für das Vieh wird eigens Brot und Salz geweiht. Ferner Burgstaller,Brauchtumsgebäcke Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsgebäcke. S. 51. Nikolaus Grass, u. a.: Die österliche Zeit- VomAschermittwoch bis Christi Himmelfahrt. In: Ders.( Hg.): Ostern in Tirol. Inns-bruck 1957. S. 83.( Schlernschriften 169)

55) Vgl. auch Teufelsbauer, S. 18. Graber, S. 260 f.

56) Helmut Fielhauer, Die Fronleichnamsstangen in Rohr im Gebirge.( Jb. f. Landeskunde v. Niederösterreich. Folge 36, 1964. S. 832 ff.)

57) Unveröffentlichte Entwurfskarte in der Arbeitsstelle des Österr. Volks-kundeatlas.

58) Ähnlich Schukowitz, S. 19, Geweihtes Salz und Osterasche" nachdem Kalben unter das, Jungfutter".

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