dem Rosenkranzbeten eine Schüssel mit Hafer auf den Tisch, den dasVieh gleichfalls am nächsten Morgen bekommt 37).
Gelegentlich wird auch bei der Palm- und österlichen Speisen-weihe ein wenig Getreide in kleinen Säckchen mitgeweiht, welchesebenfalls das Vieh zu fressen erhält. Diesbezüglich müßten noch ein-gehendere Erhebungen im Rahmen des Osterbrauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Osterbrauchtums getätigt wer-den. Immerhin erinnert ein Beleg aus Nussendorf doch wieder an diePanspermie, weil man nämlich dort alle vier bei uns üblichen Getreide-arten für das Vieh segnen läßt.
Zwei Aufzeichnungen Teufelsbauers 38), die wichtige Aspekte zurDeutung unseres Brauches anreißen, seien im Zusammenhang mit derbrauchtümlichen Verabreichung von Getreide an das Vieh noch hierangefügt: In Harlanden verfüttert man am Hl. Abend Getreide undHeu, das man vorerst in den Hof gestellt hatte; in Dietmanns spart mandie letzte Garbe beim Dreschen für die weihnachtliche Fütterung auf.
3.2 Weihwasser,„, Christtau" und„, Osterwasser"
In all den vorliegenden Materialien zur Maulgabe in Niederöster-reich findet sich, außer bei den Protestanten, kaum eine Beschreibung,in der nicht das Besprengen mit Weihwasser festgehalten wäre. DieseSelbstverständlichkeit läßt sich gerade noch mit der Verwendung derPalmkätzchen vergleichen und bestimmt heute weitgehend die Sinn-gebung des Brauches: Durch das verabreichte Weihwasser soll auchdas Vieh gesegnet werden. Gewöhnlich ist es Dreikönigswasser, dasVerwendung findet, ausnahmsweise auch das zu Ostern gesegneteTaufwasser( Nussendorf). Für das im religiösen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum andererLandschaften sonst so beliebte Stefaniwasser ließen sich in meinenAufzeichnungen seltsamerweise keine Belege finden 39).
Auch beim Weihwasser hat das Christentum zweifellos an ältereVorstellungen angeknüpft. Vielleicht sind diese noch zum Teil in jenenBrauchformen greifbar, welche die Forschung mit„ Christtau" 40)und ,, Osterwasser" 41) etikettiert hat. Es scheint auch in Niederöster-
37) Man vgl. das Aufstellen von Getreide, Dörrobst und Kletzenbrot unterdem Tisch, auf dem zu Weihnachten das Festessen gehalten wird. HermannPrinz, Weihnachtliches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum in unserer Heimat.( Das Waldviertel.Jg. 1962. S. 162.) Ferner Teufelsbauer, S. 20( Reingers); ebda Gersteunter Christbaum( Scharndorf).
38) Teufelsbauer, S. 20.
39) Zum Beispiel Johann Krainz, Sitten, Bräuche und Meinungen desdeutschen Volkes in der Steiermark.( Zschr. f. österr. Vk. 1. Jg. 1895. S. 251.)Georg Graber, Volksleben in Kärnten. Graz 1942. 2. Aufl. S. 160 f.
40) Hugo Hepding, Christtau.( Hess. Bll. f. Volkskunde. Bd. 27. 1928.Gießen 1929. S. 143.)
41) Will- Erich Peuckert, Osterwasser.( Zschr. f. dt. Philologie 79, 1960.)HdA 2. Bd. Sp. 1684 ff.„ Heilwag"; ebda: Bd. 6,, Osterwasser", Sp. 1357 ff.
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