Jahrgang 
74 (1971) / N.S. 25
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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum bekannten Mittsommerbäume und ist immer noch beliebt,wie ein Bild von einem zeitgenössischen Friedhof beweist.

Dr. Walter Dreyhausen, Frankfurt am Main, früher Prag,konnte seinen Vortrag Die alten Steinkreuze in Böhmen ein Rück-blick" nicht selbst halten, stellte aber den Text zwecks Verlesung zurVerfügung.

Vor allem aus den Bezirken Eger, Komotau, Mies und Tachau sind507 Steinkreuze und Kreuzsteine bekannt. Dreyhausen lehnt die Sageals Quelle der diesbezüglichen Forschung ab; Beweggrund für die Er-richtung nennt er das Gesetz der germanischen Blutrache und später dasHervortreten des Sühnegedankens. Für sehr wichtig hält er die auf denMonumenten aufscheinenden Zeichen. Eine künstlerische Würdigungerfuhren sie etwa durch Ludwig Richter, Wilhelm von Kaulbach( Illustrationen zu Reinecke Fuchs und Wilhelm Tell") und HermannLöns( Der Letzte seines Stammes"). Im Böhmischen Raum werdendiese Male mit Kyrillos und Methodios in Zusammenhang gebracht, diebei ihnen gepredigt haben sollen.

Gerhard Ost aus Orlamünde in der DDR begab sich mit seinemReferat Neuinventarisation der Steinkreuze der drei thüringischenBezirke" auf das vielleich weniger spektakuläre, dafür aber wichtigeGebiet der Bestandsaufnahme und ihrer Methodik. Das hierzu seinerzeitgeschaffene Thüringische Steinkreuzarchiv" als erster Versuch einerGesamtinventarisation mußte seine Arbeit infolge des Krieges unter-brechen; dieser Umstand sowie die Verluste durch den Krieg selber,aber auch die moderne Technik machten eine Neuaufnahme erforder-lich. In den Jahren 1952-1954 wurde der nordöstliche Teil Thüringensmit über 200 Objekten erfaßt und zwar in Form von Erfassungsbögen,deren Ergebnisse auf Lochkarten übertragen werden sollen; dieseArbeitsweise ist meiner Meinung nach auch die einzige Möglichkeit zurErfassung und Auswertung volkskundlicher, ikonographischer und son-stiger Details. Der ebenfalls in Abwesenheit des Verfassers vorgeleseneBeitrag von Dr. Richard Künstler, Saalfeld( DDR), Bildstöcke inThüringen" beschäftigte sich einleitend mit der Bedeutung konfessio-neller Faktoren für das Thema; Thüringen als Mutterstätte und Herz-stück der Reformation konnte von dieser und ihren Auswirkungen( Bildersturm!) natürlich nicht unberührt bleiben.

Nach Erörterung der wichtigsten Stilformen wurde eine südthürin-gische Besonderheit vorgestellt, die sogenannten Docken"; es sind auf-rechtstehende, 1,20 m bis 1,50 m hohe, vierkantige, abgefaste Steinpfeiler,die sich oben zu einer Deckplatte mit Mulde verbreitern. Sie stehenneben einem alten Wallfahrtsweg, ihre Bedeutung ist bis dato unge-klärt.

Der bekannte slovenische Kunsthistoriker Dr. Marijan Zadnikar( Ljubljana) brachte mit Bildstöcke in Slovenien", unterstützt von seinenguten Lichtbildern, einen eindrucksvollen Auszug aus seinem Werk Znamenja na Slowenskem"( Bildstöcke im slovenischen Volksgebiet),von dem man sich in Anbetracht der engen Beziehungen Österreichszum Bezugsraum sowie in Würdigung des darin gebotenen Materialseine baldige Ausgabe in deutscher Sprache wünschen möchte. Zadnikarbeschreibt seine Exemplare nach dem typologischen Prinzip; im genann-ten Bereich befinden sich über tausend Objekte allein aus der Zeit vom15. bis zum 19. Jahrhundert.

Direktor Franz Hula( Wien) gab mit seinem Referat Schalen-stein und Friedhofsoculus" im Wesentlichen einen Extrakt aus seinem

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