Jahrgang 
74 (1971) / N.S. 25
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Beiwerk die typischen Barockengerln auf, meist nur als Köpfe,allerdings gewöhnlich nicht an den Kanten der Pfeiler, sondern,im Gefüge eines mehr oder weniger korinthisch anmutenden Kapi-tells, über den Mittelachsen der Seitenflächen. Als Beispiele, ausder Menge herausgegriffen, sei die Mariensäule hinter dem Chorder Pfarrkirche in Großstelzendorf genannt oder die beiden Drei-faltigkeitssäulen am Ost- und am Westende des Ortes Obritz.

Was aber die spätgotischen Licht- und Bildstöcke betrifft,welche an den Pfeilerkanten vier Köpfe tragen, jeweils in dieobere Aushöhlung der Schaftabfasung hineingeschmiegt, so handeltes sich hier immer um bloße Köpfe ohne Rumpf und Arme, oftmit maskenhaft- starrem Gesichtsausdruck und häufig soweit hierErhaltungszustand Einzelheiten noch erkennen läßt- mit Schnauz-und Vollbärten. Das ist jedenfalls etwas ganz anderes als dieEnglein der Spätgotik und des Barocks.

Die hierher zu stellenden Beispiele sind zu einem guten Teilnicht genau datierbar und daher auch nicht einwandfrei in zeitlicheReihenfolge zu bringen. Wir können aber zwei Gruppen unter-scheiden: eine mit primitiveren Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiveren, mehr starr- maskenhaften Gesich-tern und eine mit reicher, lebendiger, mehr naturalistisch ausge-führten Köpfen.

Innerhalb der ersten Gruppe wirkt in seiner ganzen Erschei-nung am urtümlichsten" der Lichtstock am Ostrand von Groß-harras( Abb. 1, 12), klobig, mit wuchtigem, einfach aus Quader-platten gefügtem Tabernakel und schlankem Pyramidenhelm. DieAbfasung endet unten noch in typischen Holzschnitzformen, obenist sie waagrecht abgeschnitten, und darunter sitzen auf kleinenkonsolenartigen Vorsprüngen die Köpfe, schlecht erhalten, aberz. T. mit noch erkennbaren Kinnbärten und langen lockigen Haupt-haaren. Ähnlich ist ein besonders breiter Lichtstock in Kettels-dorf( Abb. 2, 14), der um die Tabernakelöffnungen mit Stabwerk,auf der Rückseite mit Maßwerk, verziert ist und einen geradenPyramidenhelm trägt; bei ihm sind die vier Köpfe unter der waag-rechten Abschlußfläche der Abfasung allerdings auffällig klein undausdruckslos. Besonders hübsch ist ein Lichtstock an der Straßen-gabel zwischen Haslach und Nappersdorf( Abb. 3, 13;Hula 1948, Taf. 12/14) aus dem Jahr 1510. Der Tabernakel ist hiermit Maßwerkzwickeln und flankierenden Säulchen auf gedrehtkanellierten Basalschäften verziert und von einem hohl geschwun-genen Pyramidenhelm bekrönt, die Abfasung sehr stark und aus-gehöhlt, so daß der Schaft als achteckige kanellierte Säule erscheint.Am oberen Ende der rundbogig abgeschnittenen Abfasung sitzendie Köpfe, zum Teil gut erhalten, mit langen strähnigen Vollbärten,

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