Jahrgang 
74 (1971) / N.S. 25
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legen 16). Im übrigen haben nach der Entdeckung der Alpen durchAlbrecht von Hallers berühmtes Lehrgedicht( 1729) alle Ge-birgsreisenden des ausgehenden 18. und des beginnenden 19. Jahr-hunderts auch mehr oder weniger an der Entdeckung der Almenmitgewirkt und viel Wissenswertes auf- und voneinander abge-schrieben. Es dauerte dann freilich über 150 Jahre, bis erstmalseine wirklich wissenschaftlich- volkskundliche Untersuchung einesAlmwirtschaftsraumes vorgelegt wurde, die heute noch an derSpitze aller regionalen Arbeiten steht: Das Alpwesen Grau-bündens" von Richard Weiß 17). Das Buch hat in seiner Gründ-lichkeit bisher keine Nachfolge gefunden, wenngleich inzwischenviele wertvolle Arbeiten erschienen sind 18), unter denennun endlich zum Gerät der Almwirtschaft zu kommenweisende Beitrag von Torsten Gebhard Die Sachkultur derAlmwirtschaft in Bayern" besonders genannt sein soll 19).

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Daß dieses Gerät der Almwirtschaft mit dem Strukturwandeldes Almwirtschaftsraumes in geradezu alarmierender Weise ver-schwindet, ist ja der Grund, warum wir es sammeln und systema-tisch erfassen sollen. Wandlungen in der Almwirtschaft hat esnatürlich immer gegeben, die Grenzen zwischen Beharrungs- undBewegungsräumen, zwischen dem Dauersiedlungs- und Almsied-lungsraum waren immer fließend, wie z. B. die Halthuben derObersteiermark und Kärntens zeigen. Galtalmen wurden zu Senn-almen, der zu Anfang des 19. Jahrhunderts noch vorherrschendenprimitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Fleischviehzucht( Beindlvieh) folgte die Zucht auf Milch-leistung, die Fettkäserei dehnte sich auf Kosten der Sauerkäsereivon Westen her aus, der Schweizer wurde zum angesehenenBerufstitel in der Milchwirtschaft. Man trachtete, den volkswirt-schaftlichen Wert der Almen durch Alpschutzgesetze zu sichern,die nach dem ersten Weltkrieg in allen österreichischen Bundes-ländern erlassen wurden 20). Trotzdem gelang es nicht, dem mit

16) K. E. Freiherr v. Moll, Naturhistorische Briefe über Österreich,Salzburg, Passau und Berchtesgaden, Salzburg 1785. Vgl. auch LeopoldSchmidt, K. E. Freiherr v. Moll und seine Freunde.( Zs. f. Vk., NF,Bd. 9, Berlin 1938, S. 116 ff.)

17) Wie Anm. 5.

18) z. B. Erika Hubatschek, Almen und Bergmähder im oberenLungau, Salzburg 1950; Oswin Moro, Volkskundliches aus dem Kärnt-ner Nockgebiet, Klagenfurt 1952; Karl Haiding, Almleben in derObersteiermark. Führer durch die 7. Sonderausstellung des Heimat-museums Trautenfels, 1962, S. 63 ff.

19) T. Gebhard, Die Sachkultur der Almwirtschaft in Bayern( Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1955, S. 45 ff.).

20) Georg Kirchner, Die Almwirtschaft. Wien und München 1957,S. 123.

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