Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
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stärker zur Geltung gebracht werden. Daß die Thematik auch anderwärtsverfolgt wurde, zeigten die allmählich bekanntwerdenden Veröffent-lichungen von Hinrich Siuts. Er hat sich im ganzen letzten Jahrzehnteigentlich mit der Bearbeitung seines Hauptthemas befaßt, wie aus demnunmehr vorliegenden umfangreichen Buch hervorgeht. Das Buch gibtalso in seinem I. Teil eine sehr vollständige Übersicht der Ansingliederim deutschen Jahresablauf( Vorweihnachten, Weihnachten, 2 Frühjahrs-abschnitte, Ostern, 2 weitere Frühjahrsabschnitte nach dem Mai, undbis in den Hochsommer, schließlich Herbst) und stellt im II. Teil denAufbau der Lieder( samt Verbreitung, Träger, Sinn und Funktion) dar.Die Darstellung der jeweiligen Brauchelemente weist sich als notwendigeErläuterung der Lieder selbst aus, wesentliche Motive der einzelnenVerse lassen sich ohne genaue Kenntnis der Braucheinzelheiten nichtverstehen. Für die Altersbestimmung der Lieder ist die Altersbestimmung der Bräuche selbst wesentlich, daher wird auch sie von Siutszumindest nach den bisherigen Arbeiten referiert.

Die beiden überlegten, gut gegliederten Kapitel umfassen nur unge-fähr ein Drittel des Buches. Dann kommt der umfangreiche III. Teil, Die Lieder" überschrieben, das sind also jene 343 Nummern, mit denenman künftighin bei jeder weiteren Bearbeitung eines Brauchtumsliedes Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsliedeswird rechnen müssen. Es sind gewissermaßen die Typen" und ihr Ver-zeichnis stellt doch ein Denkmal eines gewaltigen Fleißes dar. Siuts hatnicht nur aus der ihm weitgehend bekanntgewordenen Literatur, son-dern auch aus den Materialien des Deutschen Volksliedarchives allediese kleinen Ansing- und Heischelieder entnommen, die sich, wie er sichund nun auch uns deutlich macht, wirklich nach Typen anordnen kann.Die Darbietung erfolgt verständlicherweise mit reicher Verwendung vonAbkürzungen, eine eigene Sigelliste erschließt sie. Die einzelnen Liederinnerhalb der Typen sind jeweils nach Landschaften vorgeführt, und ausdiesen Zusammenstellungen wieder sind die Karten im Anhang desBuches herausgezeichnet. Es handelt sich dabei außer um die Grundkarteum folgende Darstellungen: 4. Nikolaus-, Klöpfel-, Pfeffer- und Rauch-nachtslieder. 5. Weihnachtsmann-, Christkindel, Weihnachts- und Drei-königslieder; 6. Neujahrs- und Rummeltopflieder zum Jahresbeginn;7. Lieder zu Fastnacht und zum Todaustragen; 8. Lieder zu Lätare;9. Oster- und Mailieder; 10. Umzugsgestalten zu Mai und Pfingsten;11. weitere Umzugsgestalten und der Pflug zu Pfingsten, Pfingstspiele;12. Johannislieder; 13. Martinslieder; 14. Typ 37: Ich bin ein kleinerKönig, die Termine des Liedes; 15. Die Kontrafakte zum Typ 37: DieTermine des Liedes; 16. Typ 37: Die Termine des Liedes bei den deut-schen Siedlern in Ost- und Südosteuropa; 17. Typ 40( Die heiligen dreiKönige"): Landschaften mit gleicher Liedgestaltung; 18. Typ 40: DieVerbreitung der Haupteingänge des Liedes; 19. Typ 40: Die Terminedes Liedes; 20. Typ 40: Die Termine des Liedes bei den deutschen Sied-lern in Ost- und Südosteuropa; 21: Das Schlagen mit Ruten zum Un-schuldigen Kindleintag und Neujahr, zu Fastnacht und zu Ostern, soweites mit verbreiteten Ansingeliedern verbunden ist; 22. Die bevorzugtenTermine einzelner Landschaften; 23: Liedlandschaften; 24: Übersichtenüber Lieder und Liedgruppen, die im binnendeutschen Raum und beiden deutschen Siedlern in Ost- und Südosteuropa verbreitet waren.

Die kleinen Flächenkarten können selbstverständlich keine Punkte-karten in der Art der Volkskundeatlanten ersetzen, und sollen dies auchnicht. Sie könnten ja auch nie alle vorhandenen Belege aufweisen, daSiuts wohl einen sehr großen Teil solcher Belege zu erreichen versucht

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