Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
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barschaftshilfe bzw. des Genossenschaftsgedankens bei den Bauwilligeneindrucksvolle Beispiele. Auch der nächste Abschnitt über alte undneue Gemeinschaften berührt einen zentralen Komplex des Volks-lebens; in ihm wird den verschiedenen Versuchen der freilich nurtemporären Wiederherstellung der aufgelösten alten Gemeinschaftennachgegangen, wie sie sich in den Heimattreffen und Wiedersehens-fahrten besonders deutlich manifestieren; charakteristisch ist dabei dieEinbeziehung der Toten in diese Feste und Feiern sowie das verbreiteteAuftauchen eines Brauchelementes, der Darbringung von Heimaterde.Bei weitem den Hauptteil des Buches aber bilden die drei letzten Ab-schnitte, in denen über die Volksfrömmigkeit, das Jahres- und dasLebenslaufbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Lebenslaufbrauchtum der Neubürger referiert wird. Die Autorin be-schreitet dabei methodisch zwei verschiedene Wege: Teils geht sie vonden durch sie aufgezeichneten Gegenwartsphänomenen aus und setztdiese dann in Beziehung zu den entsprechenden Erscheinungen in denalten Siedelgebieten, teils aber- und dies in der Mehrzahl der Fälle--gibt sie erst eine Darstellung bestimmter Brauchtumsformen Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsformen in denHauptlandschaften der ehemaligen deutschen Minderheiten in Ost- undSüdosteuropa, um dann deren Weiterleben oder Absterben nach Fluchtund Ausweisung zu registrieren.

Bei der Fülle des dargebotenen Materials und der räumlichen Weitedes Untersuchungsgebietes, das ja im Grunde vom Baltischen bis zumSchwarzen Meer reicht, ist es nicht verwunderlich, daß sich einige kleineVersehen in das Manuskript eingeschlichen haben: Znaim liegt nicht imBöhmerwald( S. 63); das Egerland bildet keinen Gegensatz zu West-böhmen( S. 87); in Schirnding( nicht Schirmding) wurde der Birn-sunnta" nicht nur 1960, sondern wiederholt gefeiert S. 103); das Kirchen-jahr beginnt nicht am 1. Dezember( S. 112); und das Lichterschwem-men" zu Ehren des hl. Johannes von Nepomuk in Prag fand nicht am 16.,sondern bereits am 15. Mai statt( S. 56). Fehlerhafte Schreibung vonOrtsnamen: Sinheim statt Sinsheim( S. 37); Alt- Ötting statt Altötting( S. 37 u. 39); Maria Brünnl statt Maria Trost in Brünnl( S. 57); Hadmarstatt Hadamar( S. 56); Wermeisch statt Wermesch( S. 72); Neukirchen-Heiligenblut statt Neukirchen zum Heiligen Blut( S. 65; bei der Wieder-gabe der Entstehungslegende dieses sehr bedeutenden Wallfahrtsorteswäre übrigens eine Berufung auf Rudolf Kriss angebrachter gewesenals auf einen Aufsatz in einer Flüchtlingszeitschrift); schließlich sollteman sich für eine einheitliche Schreibung von Temeschwar( oder Temes-var) entscheiden. Von den nicht wenigen Druckfehlern sei als der stö-rendste die Schreibung Satyre statt Satire( S. 81) erwähnt. Zwei grund-sätzlichere Einwände gegen die vorliegende Untersuchung seien nichtverschwiegen: Sie erweist sich einmal als stark beeinflußt von altenVorstellungen des primär fruchtbarkeitskultischen Hintergrundes jederBrauchhandlung( so in den Abschnitten über den Maibaum, die Lebens-rute", den Lärm als Dämonenabwehr usw.), und sie stützt sich, zweitens,mitunter auf teilweise überholte, teilweise populärwissenschaftlicheLiteratur. Die Flüchtlingspresse hat, kritisch ausgewertet, sicherlichauch ihren freilich meist mittelbaren Quellenwert; den Nikolaus- Brauchoder die volksfromme Begehung der Karwoche in Böhmen aber aus-schließlich nach Aufsätzen in einem Schulungsblatt" der Egerland-Jugend darzustellen( Anm. 423 und 650), geht doch wohl kaum an.

Indessen schulden wir Helene Grünn Dank für ihre Aufnahme-arbeiten in den Barackenlagern in den ersten Nachkriegsjahren, zu einerZeit also, in der diese( Zwangs-) Gemeinschaften spezifische Brauchtums­ Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums­

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