Literatur der Volkskunde
Österreichischer Volkskundeatlas. Unter dem Patronat der Österreichi-schen Akademie der Wissenschaften herausgegeben von der Kom-mission für den Volkskundeatlas in Österreich. Dritte Lieferung.Wissenschaftliche Leitung Richard Wolfram, KartographischeLeitung: Egon Lendl und Ingrid Kretschmer. Unter Mitarbeitvon Edith Klenk. 26 Karten auf 19 Blättern und 3 Bildtafeln. Wien-Köln- Graz 1969, Kommissionsverlag Hermann Böhlaus Nachf. Schil-ling 348,-
Die 3. Lieferung des ÖVA, von der bisher nur der Kartenteil vorliegt,enthält folgende Karten: 33/34( Historischer Bergbau, von Franz Kirn-bauer), 35/36( Giebelzeichen, von Richard Wolfram), 37( Backofeninnerhalb des Wohngebäudes, von Karl Ilg), 38( Frühformen volkstüm-licher Möbel, von Franz Lipp), 39/40( Grundtypen der Männertracht,von Franz Lipp), 41/42/43( Holzschuhe, von Gunhild Holaubek-Lawatsch, die Karte der mundartlichen Bezeichnungen der Holz-schuhe stammt von Maria Hornung und Eberhard Kranz-mayer), 44( Haustrunk, von Ingrid Kretschmer), 45( Burschen-schaftsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag schaftsbrauchtum I, Das Stehlen, von Richard Wolfram), 46( Bur-schenschaftsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag schenschaftsbrauchtum II- Unruhnächte, von Richard Wolfram),47( Lärmbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Lärmbrauchtum- Weihnachten und Neujahr, Anschießen, von EdithKlenk), 48( Maibaum I- Zeit der Einführung, von Ernst Burgstal-ler), 49( Maibaum II- Stehlen im Walde, von Ernst Burgstaller),50( Maibaum III- Stehlen oder Beschädigen des zum Aufstellen vor-bereiteten, bzw. aufgestellten Baumes, von Ernst Burgstaller),51( Segenszweige, von Richard Wolfram), 52( Jahresfeuer- Termine, vonRichard Wolfram), 53/54( Schutzheilige der Haustiere I und II, vonHelmut Fielhauer).
Man sieht, daß gewisse Themen aus früheren Lieferungen fortgesetztwerden, andere neu aufgenommen erscheinen. Soweit man die Kartenohne ausführlichen Kommentar beurteilen kann- kurze Erläuterungensind den Blättern aufgedruckt- ergeben vor allem die Brauchtumskar-ten Glossar ::: zum Glossareintrag ten sehr wertvolle Verbreitungsübersichten. Lärmbräuche, Maibaum-bräuche, Jahresfeuer- Termine, das sind wirklich instruktive karto-graphische Darbietungen. Der bei weitem größte Teil der Karten ist aufGrund des eigentlichen Atlasmateriales, also der Befragungen, erstellt.Auch Ergänzungen, durch Mitteilungen verschiedener Exploratoren,ergeben Feststellungen für die Gegenwart und sind daher methodischrichtig heranziehbar. Ganz anders steht es bei den Karten, die FranzLipp erstellt hat. Die Altformen der bäuerlichen Möbel lassen sichnicht durch Umfragen feststellen, ihre( sehr dünnen) Eintragungen aufden Karten entsprechen also wohl nur den aus den Materialien der Hei-matmuseen usw. gewonnenen Nachrichten. Und die Karte über dieGrundformen der Männertracht ist vollends eine Art von Rasterkarte:Die Punkte bedeuten keine Belegorte im Sinn einer Atlasbefragung, son-
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