Chronik der Volkskunde
Die„ Neue Galerie" des Österreichischen Museums für VolkskundeAm 11. Juli 1969 wurde im Schloßmuseum Gobelsburg die Ausstel-lung„ Österreichs Volk, gesehen mit den Augen der Maler unserer Zeit“eröffnet.
Das Museum in der Laudongasse hat von seiner Gründung an zu denObjekten( Hausmodellen, Trachten, Arbeitsgeräten, Volksmusikinstru-menten, Masken usw.) auch Bildzeugnisse gesammelt. Erst seit einemVierteljahrhundert etwa ist diese Gruppe durch moderne Darstellun-gen, also Bilder von Künstlern unserer Zeit, die sich mit dem Volkslebenund den Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen beschäftigt haben, bereichert worden. Von derÖffentlichkeit wenig beachtet, haben doch zahlreiche Maler abseits vonden gerade gängigen Kunstströmungen Motive aus dem Volksleben dar-gestellt, vor allem Bauernhäuser mit ihren Nebengebäuden, und bäuer-liche Menschen bei der Arbeit und beim Fest.
Aus dieser allmählich angewachsenen Sammlung von Gemälden undGraphiken hat das Museum nunmehr die jetzt im Schloßmuseum Gobels-burg gezeigte Ausstellung geschaffen. Das Schloß konnte dank derEnergie des stiftischen Administrators P. Bertrand Baumann in diesemJahr auch die letzten noch unrestaurierten Räume wieder herstellen,Bund und Land haben dazu beigetragen, daß diese lang vernachlässigtenRäume einschließlich des großen Saales nunmehr wieder den Schmuckihrer interessanten Decken- Stuckreliefs aufweisen, und zu Ausstellungs-zwecken verwendet werden können. Der große Saal, das lange nichtzugängliche Hauptstück der barocken Architektur des Schlosses istnunmehr vom linken, bisher schon museal verwendeten, wie vom rech-ten Seitengang her zu betreten. Im rechten Seitengang wurden, analogdem schon bisher benützten linken, wieder bemalte bäuerliche Möbeldes 18. und frühen 19. Jahrhunderts aufgestellt, und zwar besondersStücke aus Böhmen, Mähren und Schlesien, zu denen auch kleinereWerke der Volkskunst jener Landschaften( Kreuzweg, Patenbriefe,Federbilder usw.) gehängt wurden.
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In den drei der Ausstellung gewidmeten Sälen und den zwei kurzenGängen sind künstlerische Darstellungen im wesentlichen ausersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezeigt. Der Hauptsaal zeigt die wich-tigsten Ölgemälde, und zwar in ungefährer zeitlicher Reihenfolge vonGustav Jahn und Ferdinand Andri bis zu den jungen Malern ViktorLederer und Gottfried Hula. Zu den Menschen des Burgenlandes oderdes Waldviertels, die meist in ihren schlichten Alltagstrachten gemaltwurden, tritt das große Trachtenbild von Wilhelm Landsmann„ Bäuerin-nen aus Bad Hofgastein in ihrer Kirche". Das Porträt eines SüdtirolerBauern mit seinem mächtigen Blechblasinstrument von Illy Kjäererinnert an die Volksmusik, das Dreifigurenbild der„ Nikolobuben“Rudolf Pleban an das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum. Es kommen schon in diesem Haupt-saal so ziemlich alle Bundesländer in Bildern zur Geltung, in den zwei
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