teilung gingen mit ihnen noch früher die Votanten um den Haupt-altar herum, auf dem sich eine barocke Statue des hl. Ägidius be-findet in der letzten Zeit soll sie nur mehr der Pfarrer auf denAltar gelegt haben, wobei dann verschiedene Gebete verrichtetwurden 26). R. Kriß hingegen berichtet aus Niederösterreich, daßihm ein Fall bekannt sei, wo die wenigen noch vorhandenen Opfer-tiere nun auf einem Tisch in der Nähe des Altares stehen undlediglich beim Opfergang von den Votanten berührt werden. Ob-wohl diese Nachricht ohne Ortsangabe vorliegt. kann man an-nehmen, daß sich der Autor wohl auf Schwarzensee beziehen wird,wo er einst auch vier Eisenopfer erwerben konnte 2). Über denWallfahrts- und Prozessionszuzug dieser Gnadenstätten sind wirwenig unterrichtet. Ihre Wirksamkeit wird aber kaum über dienähere Umgebung hinausreichen 28). Die Opfer- Intensität dürftewohl wie am 1. September in Schwarzensee nur an den jeweiligenPatroziniumstagen verstärkt gewesen sein.
Um die Schwierigkeiten aufzuzeigen, auch im Bereich dieserSachkulturgüter die früheren Verhältnisse exakt zu erheben, habeich mir die Mühe gemacht, dem Schicksal der an Eisenopfer wahr-scheinlich ehedem reichsten Kirche Niederösterreichs, Schwarzen-see, nachzugehen. Auf sie hat das erste Mal Wilhelm Hein 1899aufmerksam gemacht 29). Er war durch den Eggenburger Dr. EugenFrischauf mit ihnen bekannt geworden, der offenbar schon damalsEisenopfer von Schwarzensee besaß. Als Geschäftsführer des Ver-eins für Österreichische Volkskunde erwarb 1897 Hein von dortdrei Stück für das Österreichische Museum für Volkskunde inWien 30). Seinen Mitteilungen nach befanden sich damals in derKapelle noch 75 eiserne Objekte in einem Korb in der Sakristei.Es handelte sich um Rinder, Pferde, Schafe und Schweine. Er hatsie verdienstvollerweise in seiner Publikation abgebildet. EinigeJahre später dürfte Richard Andree dieselbe Anzahl noch gesehen
26) Führer durch die volkskundlichen Sammlungen des Kaiser- Franz-Josef- Museums am Mitterberg, Baden bei Wien( 1910), S. 10; Führer durchdas Kaiser- Franz- Josef- Museum und die Kurstadt Baden. Hgg. vonJohann Wagenhofer, Baden 1910, S. 61, Nr. 52, Abb.
27) R. KriB, Eisenopfer a. a. O., S. 16.
28) Vgl. Lenz Rettenbeck, Zur Phänomenologie des Votivbrauch-tums Glossar ::: zum Glossareintrag tums.( Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1952, Regensburg 1953,S. 75 ff.); Karl- S. Kramer, Typologie und Entwicklungsbedingungennachmittelalterlicher Nahwallfahrten.( Rheinisches Jahrbuch für Volks-kunde, 11. Jg., Bonn- Siegburg 1960, S. 195 ff.)
29) Wilhelm Hein, Eiserne Weihefiguren a. a. O., S. 324 ff.; vgl.A. Haberlandt, Volkskunde von Nieder- Oesterreich(= Heimatkundevon Nieder- Oesterreich, Heft Nr. 12), Wien- Leipzig- Prag o. J., S. 12.
30) L. Schmidt, Patritiusverehrung im Burgenland a. a. O., S. 155,Aum. 24: Inv.-Nr. 7495-7497.
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