kommen, sind besonders lesenswert. Was dabei über die tatsächlicheAusübung des bäuerlichen Brauchtums Glossary ::: show glossary-entry Brauchtums ausgesagt wird, gilt aber nichtnur für Franken, sondern auch für andere Landschaften, wie mir nachden vielen Jahren der Arbeit am burgenländischen und am niederöster-reichischen Material besonders deutlich geworden ist. Kramer hat alsoauf seinem Weg vermutlich nicht nur„ Grundstrukturen des Volkslebensin den fränkischen Landschaften"( S. 279) herausgearbeitet, sie dürftenfür viel weitere Bereiche der alten dörflichen Kultur gelten. Dennochwird man Kramers„ Grundzüge des Lebensstils fränkischer Siedlungs-gemeinschaften“( S. 284 ff.) als äußerst bedachte Folgerung aus seinemganzen, so gewissenhaft erarbeiteten Material lesen, und auch die ab-schließende Zusammenfassung zu gruppenweisen Erscheinungen im Sinneines Versuches einer räumlichen Gliederung" dankbar nachprüfen.Gemeindliches Bauwesen, Gemeindezechen und Gemeindefeste, Flurrittund Grenzumgang, Dorflinden, Hellhafen und Ofenhafen, Niedergericht-liche Strafgeräte, Aufrichten Niederfall lauten die mehr oder minderergiebigen Themen, die auch auf sieben Kärtchen dargestellt erscheinen.Kramers Gesamtwerk, diese drei Franken- Bände, gehören zu denwesentlichsten Leistungen der deutschen Volkskunde in der Zeit nachdem zweiten Weltkrieg. Wir haben sicherlich schon viel daraus gelernt,aber wir werden, wie dies bei einem so bedächtig- genauen Quellenwerkselbstverständlich ist, bei der weiteren Benützung noch mehr darausLeopold Schmidt
lernen.
Martin Scharfe, Rudolf Schenda, Herbert Schwedt,Volksfrömmigkeit. Bildzeugnisse aus Vergangenheit und Gegen-wart. Mit einer Einführung von Hermann Bausinger. Großformat,132 Seiten mit 155 Abb. Stuttgart 1967, Spectrum- Verlag.
Unsere Zeitschrift hat schon vor einiger Zeit( ÖZV Bd. XIX/ 68, 1965,S. 266 ff.) auf die volkskundlichen Sonderausstellungen des LudwigUhland- Institutes der Universität Tübingen hinweisen können. Der vor-liegende Band ist praktisch die buchmäßige Ausführung der dortigenAusstellung von 1963; der damals aus öffentlichen und privaten Samm-lungen zusammengetragene Stoff ist im Bilde festgehalten und kenntnis-reich kommentiert worden.
Aus dem Titel würde nicht hervorgehen, daß es sich also um einelandschaftliche Darstellung handelt, man kann wohl sagen, um ein süd-westdeutsches, ja ein baden- württembergisches Gegenstück zu den vielenbayerischen und auch österreichischen Vorbildern. Insbesondere wohl einGegenstück zu den Bildern und Zeichen religiösen Volksglaubens" vonLenz Kriss- Rettenbeck, von dem und von dessen Material die Ausstellerund nunmehrigen Darsteller, also Hermann Bausinger und seine dreiHauptmitarbeiter an seinem Tübinger Institut sich haben vor allem an-regen lassen. Und als Darbietung des doch in mancher Hinsicht über-raschend reichen südwestdeutschen Materiales ist der Band auch beson-ders zu begrüßen. Nach einem Vorspruch von Bausinger, der diesachlichen wie die geistigen Grundlagen skizziert, versucht HerbertSchwedt den„ Religiösen Volksbrauch" darzustellen, also die Sach-und Bildzeugnisse zum Lebens- und Jahresbrauch usw. in die gegebenenZusammenhänge einzuordnen, mit Bildern von Turmblasen, von Stern-singern, Scheibenschlagen, vom Palmeselumzug, von der Fronleichnams-prozession usw. bis zum Martinsritt von Ravensburg und zu den weih-nachtlichen Lebzeltenmodeln und Krippenfiguren. Martin Scharfe
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