elemente“, diesmal eben auf das Volksrecht übertragen, von die-sem verwendet. Auch bei dieser Gelegenheit wird man aber sagenmüssen, daß es wenigstens im 15. Jahrhundert durchaus das Prel-len auch im Jahresbrauch, zur Fastnacht oder zum Ernteschlußdoch gegeben haben kann.
V.
Das wichtigste Zeugnis dafür findet sich erst im 16. Jahrhun-dert. Es handelt sich um die schon erwähnte, oft zitierte Stelle im,, Weltbuch" des Sebastian Franck, in Tübingen 1539 erschienen.Franck schreibt dort von der Fastnacht:„ Halten auch ir vier eynleylach bey den vier zipfeln und einen ströinen angemachtenbutzen in hosen und wammes mit einer larven, wie einen totenman, schwingen si ihn mit den vier zipfeln auf in die höhe undentfahen ihn wider in das leylach. Das treiben sie durch die ganzestadt 29)". Ein Fastnachtsbrauch im süddeutschen Bereich also. EineStrohpuppe, als Mann gekleidet und maskiert, wird geprellt, voneinem Leintuch aus. Man hat, vielleicht von der BemerkungFrancks„ wie einen toten man“ ausgehend, das Zeugnis zum Tod-austreiben gestellt, eben als eine der vielen Möglichkeiten, dasEnde der Faschingszeit darzustellen.
Eigentlich enthält die Stelle freilich keinen direkten Hin-weis darauf. Es ist Brauch, eine Puppe zur Fastnacht zu prellen,weiter nichts. Das Prellen selbst war Fastnachtsbrauch, wie einum zwanzig Jahre älteres Zeugnis belegt. Reinhold Köhler hatzuerst darauf aufmerksam gemacht, daß in der Zwickauer Chro-nik des Tobias Schmidt von 1656 der Hinweis darauf enthaltenist, daß zur Fastnacht 1518 schon in Zwickau von den Fleischhauernein Prellen durchgeführt wurde. man prellte von einer Küh-haut 30). Der Termin, die Fastnacht, erscheint also wohl gegeben,aber es handelt sich 1518 nicht um beliebige junge Männer wie beiSebastian Franck, sondern um Angehörige einer Zunft. DieFleischhauer waren es, genauso wie ein halbes Jahrhundert spä-ter: Der Holzschnitt eines unbekannten Meisters zeigt„ DasZwickauer Festschießen im Jahre 1573" mit verschiedenen spie-lenden Handwerkergruppen, und darunter eben„ Die Metzgermit jrer Küehaut." Da halten fünfzehn Männer die Haut gespannt
29) Ludwig Andreas Veit, Volksfrommes Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Kirche imdeutschen Mittelalter. Ein Durchblick. Freiburg im Breisgau 1936. S. 127 f.
30) Tobias Schmidt, Zwickauischer Chroniken anderer Theil.Zwickau 1656. S. 275. Nach Reinhold Köhler, Kleinere Schriften Bd. III,S. 606.
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