Jahrgang 
70 (1967) / N.S. 21
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ist sehr aufschlußreich. Daß die Schlußfolgerungen, mehr oder minderausgesprochen, stets dahingehend lauten, bei Reformen wie eben jenendurch das Vaticanum angeordneten nicht das Kind mit dem Bade auszu-schütten, ist bei dieser lauteren, positiven Einstellung zur Volksfrömmig-keit eigentlich selbstverständlich. Vermutlich wird der Weg der volks-gläubigen Menschen auch in diese Richtung führen; entsprechende Beob-achtungen in Österreich lassen jedenfalls darauf schließen. Aber fürunser Fach sind nicht nur diese Beobachtungen wesentlich, sondern dochwohl besonders die Tatsache, daß hier ein volkskundlich im Sinn vonRichard Weiß geschulter Gelehrter soviel von unseren Forschungen zurKenntnis genommen, daß er die ganze moderne Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums- und Wall-fahrtsforschung in sein Beziehungssystem hineinzuarbeiten verstandenhat. Das scheint uns als wirkliches Ernstnehmen unseres Faches einGewinn zu sein, den die Verfasser des Buches weder ahnen noch planenkonnten, und der uns umso angenehmer berührt.

Über die beiden anderen Abhandlungen des Buches steht uns hiernoch weniger ein Urteil zu. Hildegard Christoffels hat eine sehrinteressante Studie Religionen zwischen Argwohn und Glaube" geschrie-ben, und der Dominikaner Gonsalv Mainberger eine spezielleBetrachtung über Berggötter, Gottesberge und das Erhabenheitsgefühl".Leopold Schmidt

Gustav Ränk, Fran mjölk till ost. Drag ur den äldre mjölkhushall-ningen i Sverige(= Nordiska Museets Handlingar Bd. 66). Stock-holm 1966, Nordisches Museum. 207 Seiten, 63 Abb.

Diese Schriftenreihe des Nordischen Museums gehört zu den wichtig-sten volkskundlichen Veröffentlichungen Europas. Dennoch werden ihreBände bei weitem nicht im erforderlichen Ausmaß gewürdigt oder auchnur benützt. Zum Teil mag dies dadurch bedingt sein, daß die Bände fastdurchwegs in schwedischer Sprache erscheinen, und nicht immer auch nurdeutsche oder englische Auszüge aufweisen. Aber die oft sehr stoffreichen,ausführlichen Monographien wie( 53) Ilmar Talve, Bastu och torkhus iNordeuropa( 1960) oder( 58) Sven B. Ek, Väderkvarnar och vattenmöllor( 1962) hätten zweifellos eine ausführlichere Bekanntmachung in unserenZeitschriften verdient.

Hoffentlich wird der vorliegende Band von Gustav Ränk, demverdienstvollen estnischen Forscher, der in Schweden lebt, etwas stärkerberücksichtigt werden. Handelt es sich doch dabei um eine vorzüglicheBestandaufnahme zur Geschichte der älteren schwedischen Milchwirt-schaft, die schon des Vergleiches beispielsweise mit den alpenländischenVerhältnissen wegen sehr wichtig erscheint. Ränk handelt also zunächstvor der Stellung der Milch in der Kost des schwedischen Landvolkesüberhaupt, dann über die saure Milch als Käsestoff und über den Quark.Spezialkapitel sind den gelagerten Quarkprodukten und dem AltenKäse gewidmet, der mit seinem leichten Ammoniakgeruch( S. 182)offenbar an unseren Ennstaler Steirerkas erinnert. Der nächste Ab-schnitt ist dem Labkäse gewidmet, der, wie auch Ränk genau feststellt,mit der römischen caseus- Kultur zusammenhängt. Dann folgen Angabenüber einige Käsespeisen und Nebenprodukte der Käserei. Sehr instruktivsind die Karten über die Verbreitung der verschiedenen Käsearten, dieBilder der hölzernen und tönernen Abtropfgefäße, der ornamentalbeschnitzten Käseformen usw. Eine deutsche Zusammenfassung erleichtertden Zugang zu der auch für uns wichtigen Arbeit.Leopold Schmidt

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