Jahrgang 
70 (1967) / N.S. 21
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sollten.- Johannes Künzig behandelt dann in gewohnter Stoffbeherr-schung die Volkskünstlerische Betätigung im Jahresbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Jahresbrauchtum. Beiseinen Ausführungen über das Anfertigen von Prachtpalmen in Ebnetbei Freiburg, über die Beerenpalmen im Renchtal und über das Oster-eierkratzen der Zipser fühlte man sich auf dem Boden der wirklichenVolkskunde. Es handelt sich eigentlich um Filme, die Künzig, der uner-müdliche Feldforscher, aufgenommen und nun in Tübingen vorgeführtund kommentiert hat. Die beigegebenen Bilder zeigen die schöne Leben-digkeit dieser vergänglichen Brauchkunst". Hermann Bausingerhat sich im Anschluß an die Arbeiten von Hans Moser eine Kritik derFolklorismuskritik" angelegen sein lassen. Was in den letzten Jahren anden verschiedenen folkloristischen Darbietungen kritisiert wurde, ver-fällt nun bei ihm selbst wieder der Kritik, wobei er, nicht unberech-tigtermaßen, zu dem Schluß kommt, daß die Folklorismuskritikereigentlich selbst mit der kritisierten Sache verbunden sein müssen. Diefür das Werden dieses Eindrucks gewählten Beispiele erscheinen mirfreilich nicht durchwegs glücklich ausgesucht. Die Diskussion_war vondem Thema offenbar stark berührt. Ganz im Banne der Folkloris-muskritik steht der Vortrag von Wolfgang Brückner.Vereins-wesen und Folklorismus. Eine Bestandsaufnahme in Südhessen". DasHerausarbeiten der hier maßgebenden gesellschaftlichen Gruppen, näm-lich der Ortsgruppen des Odenwaldklubs und der Karnevalsvereineerfolgt sogar kartographisch, auch für die heute kaum mehr sehr bedeu-tenden Trachtengruppen, nichtbayerische und bayerische", wirddas gleiche Prinzip angewendet. Bis zu Schlagworten und Werbesprüchenaus diesem Fundus wird alles kritisch betrachtet, ob es nun für daswirkliche Volksleben relevant sein mag oder nicht. Die anschließende,ziemlich strenge Diskussion scheint die Maßstäbe einigermaßen zurecht-gerückt zu haben. Begreiflicherweise tauchten wie nach dem Vortragvon Kramer wieder Fragen der Wertung" auf: Brückner lehnt Auf- undAbwertungen ab, der Volkskundler muß, wenn er zu Erkenntnissenkommen will, außerhalb des internen Wertsystems des Volkslebensstehen"( S. 99). Ruhiger scheint es bei den Hamburger Vertreternder Volkskunde zugegangen zu sein. Walter Hävernick sprach ein-leitend über Großstadt- Volkskunde in der Praxis", und Herbert Freu-denthal behandelte dann ausführlich Vereine in Hamburg". Freilichscheint diese Arbeit zunächst eher den Bereich der Vereins- Geschichteals den einer allfälligen Vereins- Volkskunde zu erschließen. Aber eshandelt sich um einen Ausschnitt aus einer großen Arbeit, deren Fertig-stellung wohl abgewartet werden muß. Die Diskussion zeigte deutlich,daß die Hamburger Beispiele nicht überall Geltung besitzen. Interessanteine Schlußbemerkung( S. 122): An den Vortrag von Wolfgang Brücknerknüpft Bausinger an mit der Feststellung, daß folklorisierende Tenden-zen im großstädtischen Vereinsleben seltener sind als im kleinstädtischenoder dörflichen. Freudenthal bestätigt diese Beobachtung- in Hamburggibt es keinen Verein zur Pflege heimischer Bräuche, während Zen-der sie für Köln nur mit erheblichen Vorbehalten gelten läßt." Für dieösterreichischen Verhältnisse könnten wir sie ohne Vorbehalte geltenlassen, sofern sich eine Erscheinung wie das Gruppenleben in einer Mil-lionenstadt überhaupt überschauen läßt. Ein neues, eigenes Themawurde durch Ina- Maria Greverus mit ihrem Vortrag Anpassungs-probleme ausländischer Arbeiter" angeschlagen. Bekanntlich hat man sichbesonders in der Schweiz mehr oder minder journalistisch mit demThema zu beschäftigen begonnen, das Buch von Alexander J. Seiler,

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