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Bergwörterbücher als volkskundliche Quelle
Von Ernst Schneider
Unter den Quellen zur Bergmannsvolkskunde dürfen dieBergwörterbücher einen bevorzugten Platz beanspruchen. Involkskundlicher Hinsicht geben sie wertvollen Aufschluß überdas Berg- und Hüttenwesen in seiner Entwicklung durch dieJahrhunderte, vermitteln sie, wenn auch in gedrängter Form,Einblick in das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum der Bergleute, in ihre Arbeit, ihrArbeitsgerät. Bergwörterbücher führen in die Glaubens- undVorstellungswelt der Bergleute, lassen uns soziale und rechtlicheEinrichtungen kennenlernen, geben Einzelheiten zur Bergmanns-tracht.
Unsere Auswertung soll einen Querschnitt durch die volks-kundlichen Teilgebiete vermitteln, über die BergwörterbücherAufschluß geben. Dieser Beitrag berücksichtigt Verhältnissebesonders des 17. und 18. Jahrhunderts. Aus der großen Zahl anBergwörterbüchern wurden vor allem benützt: Christian Ber-ward, Interpres phraseologiae metallurgicae oder Erklärungder fürnembsten Terminorum und Redearten, welche bei denBergleuten etc. gebräuchlich sind( Frankfurt a. M. 1673); Berg-männisches Wörterbuch, darinnen die deutschen Benen-nungen und Redensarten erkläret.. werden( Chemnitz 1778),abgekürzt: Bgm. Wb. Vergleichsweise wurden aus dem 19. Jahr-hundert beigezogen: Carl v. Scheuchenstuel, Idioticon derösterreichischen Berg- und Hüttensprache( Wien 1856); HeinrichVeith, Deutsches Bergwörterbuch( Breslau 1870 f.).
I. a) Für die Volkskunde sind die nach herkömmlichen Vor-bildern ausgeführte Arbeit, bestimmte Arbeitsvorgänge unddas dabei benützte Arbeitsgerät von Belang. Der Vielfalt derTätigkeiten im Bergwerksbetrieb entspricht eine große Anzahlvon Ausdrücken nach den einzelnen Tätigkeitsmerkmalen, dieauch in den Bezeichnungen für die einzelnen Bergleute wieder-kehren.
Was wird unter der Arbeit des Bergmanns verstanden?,, Arbeit wird alle Verrichtung genennet, welche beym Berg-und Schmelzwesen vorkömt; jene heißt Bergarbeit, und dieseHüttenarbeit“( Bgm. Wb. S. 29). Wir beschränken uns auf die
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