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politische Einwände ein: Er ist empfindlich, wenn ein Forscherfünfzig, vierzig oder dreißig Jahren Gruppen der Volkskultur besied-lungsmäßig Menschengruppen, etwa gar„ Stämmen“ zugeordnet hat.Rhamms Zuweisungen von Gerätegruppen an Nord- und Ostgermanenscheinen ihm entgangen zu sein. Aber bei Pefiler heißt es schon sehrablehnend: Von der methodischen Seite her erfuhr die Geräteforschungjedoch von ihm weniger eine Förderung. Nicht zuletzt wohl deshalb,weil er die, Sachgeographie zu stark im Rahmen seiner stammesmäßi-gen Volkstumsgeographie' betrieb, durch die auch er den Nazis Mate-rial für ihre Blut und Boden'- Theorie lieferte“. Derartige Vorwürfehäufen sich in den nächsten Kapiteln.
Zunächst aber wirft Jacobeit noch einen Blick auf die„ Sprach-forschung", innerhalb derer die Sachforschung doch häufig einen beacht-lichen Raum eingenommen hat. Jacobeit berücksichtigt in erster LinieRudolf Meringer, aber auch den Grazer Romanisten Hugo Schuchhardt,und das Werden der„ Wörter und Sachen“-Schule, die sich mit EduardHoffmann- Krayers sammlerisch- museologischer Einstellung eng be-rührte. Dementsprechend fehlen hier nicht Hinweise auf die großenSachromanisten wie Fritz Krüger oder Paul Scheuermeier. Viel zu kurzkommen jedoch die deutschen Mundartwörterbücher weg, fast nur mitdem Satz:„ Wir erwähnen abschließend noch, daß auch die landschafts-gebundenen Wörterbücher, in ihrer Frühzeit ganz vom Geiste der Ge-brüder Grimm inspiriert, an, sachkundlichen Studien nicht vorbeigegan-gen sind und für die volkskundliche Ergologie noch heute eine un-schätzbare Quelle darstellen." Das ist wirklich viel zu wenig, die jahr-zehntelange Arbeit des Bayerisch- Österreichischen Wörterbuches bei-spielsweise hätte eine ganz andere Beurteilung verdient. Die Archiveder jeweiligen großen Mundartwörterbücher hätten, zumal sie ja durch-wegs seit Jahrzehnten Berichte veröffentlichen, in ganz anderem Aus-maß gewürdigt werden müssen.
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Anschließend versucht Jacobeit das Verhältnis der volkskundlichenGeräteforschung zur„ Völkerkunde" im gleichen Zeitraum zu kennzeich-nen. Der Ansatz von den„ Anthropologischen Gesellschaften" her istrichtig, das in deren jeweiligen„ Mitteilungen" veröffentlichte Materialman denke bei uns nur an Johann R. Bünker für das Burgenlandoder an Leopold Bein für Steiermark würde eine ausführliche Wür-digung verdienen. Aber Jacobeit geht auf dabei wesentlich beteiligteMänner wie Felix von Luschan nicht ein, er wendet sich kurz der„ Ergo-logischen Wirtschaftsforschung" zu, wie sie Wilhelm Koppers eine zeit-lang pflegte. Von dort sind selbstverständlich starke Anregungen aus-gegangen, wie beispielsweise die Pflug- Forschungen von Paul Leser er-weisen. Aber in unserem Zusammenhang hätte wohl die Verarbeitungder auf vielerlei Wegen gewonnenen Geräte- Materialien durch ArthurHaberlandt im Europa- Band der Buschanschen Völkerkunde( 1926) eherund ausführlicher berücksichtigt werden müssen. Ich bin überzeugtdavon, daß jeder, der nach einem Gerät oder einer Gerätegruppe undeiner Arbeitsweise fragt, auch heute noch zuerst im( leider recht unzu-länglichen) Register bei Haberlandt- Buschan nachschlägt, bevor er denEinzelveröffentlichungen nachzugehen versucht. Im übrigen ist dasGebiet„ Völkerkunde" für uns keine Einheit. Man kann die sogenann-ten„ Primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag Primitiven" und ihr Gerät nicht mit den ost- und südostasiatischenHochkulturvölkern vergleichen. Ich finde, man kann über diese Pro-bleme überhaupt nicht in kurzer Form schreiben. Wenn man das Themaaber schon anschneidet, dann wohl am ehesten in dem Sinn, wie einst-
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