Jahrgang 
69 (1966) / N.S. 20
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form vor. Manchem Mitarbeiter, dessen Land eine Tradition im Krip-penwesen nicht kennt, mag der Auftrag großes Kopfzerbrechen gemachthaben, und so blieb nichts anderes übrig, als sich mit den Randgebietendes eigentlichen Themas zu befassen. Der Auftrag des Herausgeberslautete, die Leistungen Österreichs auf dem Gebiete der Krippenkunstländerweise zur Darstellung zu bringen. Damit sollten auch die Erwar-tungen der Mitglieder der Krippenvereine in den einzelnen Bundes-ländern befriedigt werden.

Die Weihnachtskrippe in Tirol fand in dem sachkundigen, mitkritischem Urteil ebenso wie mit echtem Krippengeist begabten Direk-tor des Tiroler Volkskunstmuseums Franz Colleselli einen in jederHinsicht zuverlässigen Bearbeiter. Der Verfasser legt vor allem auf dieEingrenzung des Begriffes Krippe großes Gewicht und bleibt seinerAuffassung bis zum Ende seiner Darstellung treu. Er folgt damit denAnschauungen des bedeutendsten internationalen Krippenforschers, desKunsthistorikers Rudolf Berliner. Damit fallen alle bildlichen Darstel-lungen des evangelischen Weihnachtsberichtes, soweit sie nicht ausge-sprochenen Krippencharakter besitzen, außerhalb der Betrachtung. Wohlweiß der Verfasser die Bedeutung aller die krippenmäßige Auffassungdes Themas befruchtenden Vorstufen richtig einzuschätzen, nimmt aberbewußt Abstand von einer Einbeziehung der sogenannten Krippenaltäreund läßt auch die später zu Krippen umgebauten Predellengruppen ver-lorengegangener Altäre nicht als Krippen im eigentlichen Sinne gelten.Es war notwendig, hier einmal einen klaren Fixpunkt zu setzen. NachColleselli beginnt das tirolische Krippenwesen erst am Beginn des17. Jahrhunderts, zunächst in den Kirchen, und wandert erst in josefini-scher Zeit in größerem Umfange in die Bürger- und Bauernhäuser. Inknapper, auf ausgebreiteter Kenntnis des Gegenstandes beruhenderDarstellung werden die Entwicklung des tirolischen Krippenwesens vom17. Jahrhundert bis in die Gegenwart aufgezeigt und wesentliche Bild-beispiele von trefflicher lichtbildnerischer Qualität beigebracht.

Die Leiterin der volkskundlichen Abteilung des Salzburger Landes-museums Carolino Augusteum. Friederike Prodinger schrieb inguter Einfühlungsgabe und eingehender Kenntnis der geschichtlichenQuellen einen Überblick über die Entwicklung des Krippenwesens imLande Salzburg. Nach einem Hinweis auf die Salzburger Krippenkünst-ler des 17. Jahrhunderts wendet die Verfasserin ihr Augenmerk dennoch erhaltenen Kirchenkrippen mit meistenteils bekleideten Figurenmit Wachsköpfen zu und kommt dann auf die Bedeutung der Salzbur-ger Bildhauerfamilie Hitzl für die Krippenkunst zu sprechen, die nach-haltigst die Tätigkeit der Sterzinger Krippenschnitzerfamilie Probst be-einflußt hat. Andererseits hat Salzburg durch die eine oder andere dort-hin verschlagene Tiroler Krippe( Giner, Pendl) Anregungen empfangen.Prodinger kommt dann etwas ausführlicher auf die Hauskrippen, Schul-krippen und Repräsentationskrippen im Lande Salzburg zu sprechen.Wie in den meisten österreichischen Ländern mit alter Krippenkulturhat die Welle zur Wiederbelebung des Krippenbrauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Krippenbrauchtums auch in Salz-burg viele künstlerische Kräfte auf den Plan gerufen.

Der Steiermark hat Leopold Kretzenbacher schon 1953 ein aus volks-kundlicher Sicht geschriebenes Krippenbuch geschenkt. Es hat den Blickauf den Bestand an Krippen in der Steiermark gelenkt und zu syste-matischer Gesamtaufnahme der steirischen Kirchenkrippen angeregt, diederzeit noch in Durchführung begriffen ist. Georg Kodolitsch be-

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