die Besichtigung der sagenumwobenen Blockheide, eines schönenNaturschutzgebietes, geboten wurde. Es bleibt zu hoffen, daß diese voneinem eigenen Stil getragene Tagung für die weitere Entwicklung derSagensammlung und-forschung im Lande nicht ohne Folgen bleibenwird. Die starke Anteilnahme der fast hundert Teilnehmer aus Wien,aus ganz Niederösterreich und aus einigen weiteren Bundesländernsowohl an den Vorträgen und Führungen, wie an den künstlerischenAbendveranstaltungen, läßt dies jedenfalls hoffen.
Leopold Schmidt
Zum Jubiläum des Berliner Museums für Volkskunde
Wir konnten hier( ÖZV Bd. XVIII/ 57, 1965, S. 84) darauf hinweisen,daß das Museum für Volkskunde in Berlin seinen fünfundsiebzigjährigenBestand feiern konnte. Nunmehr ist, freilich mit beträchtlicher Verspä-tung, auch die von der östlichen Hälfte dieses bedauernswerten Museumslängst geplante Festschrift erschienen, unter dem Titel„ 75 JahreMuseum für Volkskunde zu Berlin. 1889-1964"( Berlin, StaatlicheMuseen zu Berlin, 1964. 240 Seiten, zahlreiche Abb. auf 64 Tafeln). DerBand bringt vor allem eine ausführliche Entwicklungsgeschichte desMuseums aus der Feder des derzeitigen Direktors, Ulrich Steinmann,die museums- und forschungsgeschichtlich sehr aufschlußreich ist. Diemeisten anderen Beiträge gehören der Sachvolkskunde, besonders derGeräteforschung an. Als Gast kommt Aleksei Peterson aus Dorpatmit dem Beitrag„ Über die Methodik der Sammeltätigkeit des Staat-lichen Ethnographiemuseums der Estnischen SSR in den Jahren 1958bis 1963 zu Wort. Dann behandeln Wolfgang Jacobeit und RudolfQuiertzsch„ Bäuerliches Arbeitsgerät im Museum für Volkskundezu Berlin". Ebenfalls aus dem Berliner Forscherkreis stammt der Bei-trag von Reinhard Peesch„ Die Knüttstöcke von Bergen auf Rügen"( es handelt sich um Proben- Stöcke zum Netzstricken aus der schwedi-schen Zeit Rügens). Dann behandelt Wolfgang Rudolph den„ Boots-bau in Brandenburg". Der bedeutende mecklenburgische Bauernhausfor-scher Karl Baumgarten erläutert„ Mecklenburgisch- vorpommerscheDurchgangshäuser des 18. Jahrhunderts". Das Berliner Museum enthielteinstmals einen sehr stattlichen Bestand österreichischer Volkskunst.Darauf bezieht sich mein Beitrag Bäuerliche Möbel aus Niederöster-reich im Volkskunde- Museum zu Berlin", durch den auch die zu Kriegs-ende verbrannten Stücke aus Niederösterreich erfaßt und abgebildet er-scheinen. Joachim Pommerening behandelt Die Spanbeleuchtung",unter den Beispielen befinden sich ebenfalls einige österreichische Stücke.Erika Karasek schreibt über„ Die Beziehungen zwischen Gewebe-breite und Schnitt bei volkstümlichen Hemdformen", mit Beispielen ausThüringen. Brigitte Born kann einen„ Egerländer Hochzeitszug aufeinem Zinnteller aus Schönfeld bei Schlaggenwald" feststellen, offenbareine Übertragung von den bekannten Deckfarbenmalereien aus demEgerländer Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum. Johanna Jaenecke- Nickel befaßt sichmit den Brauchspielgeräten„ Abschußvogel und Abwurftaube", wobei essich zum Teil um eine Volkskunst der Gegenwart in Pommern handelt.Helmut Wilsdorf schließlich handelt ausführlich über„ Montanethno-graphie und Museum", wobei er sich nachdrücklich auf unsere kleineAusstellung von 1959 bezieht. Seine alphabetische Aufzählung von Ge-genständen und Gegenstandsgruppen aus bergmännischem Bereich, die
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