wie im deutschen( bäuerlichen) Schwerttanz erscheinen Narrenpaarweise, in Mann- und Frauenmaske 157), ähnlich begegnen wir„ Lapp“ und„ Lappin“, einem Burschen in weiblicher Kleidung,neben anderen Salzburger Brauchtumsumzügen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsumzügen, bei den PongauerPerchten( aus Lend, Goldegg, St. Veit und Schwarzach) der erstenHälfte des 19. Jahrhunderts 158). Als Frauen angezogene Burschensehen wir auch sonst häufig bei Salzburger Begehungen, außerbeim„ Brautpaar“ der verschiedenen„ Hochzeiten“, bei den„ Hexen" der mannigfachen Umzüge, etwa bei den PongauerGlöcklern, bei der Anklöckelsitte des„ Klezi- Klezi" von Ober-Eching, bei der Brotpercht des oberen Pinzgaus und der Krapfen-percht von Dienten, in den„ Gesellinnen“ der Schönperchten. Hierkönnte man noch vom Anglöckeln in Tirol sprechen, vom„ Zusel-weib Glossar ::: zum Glossareintrag weib" des Unterinntals und Südtirols, vom„ Polsterli" des KantonsLuzern, von der böhmischen Lucka 159), von den„ Sonnwendbuben"oder„ Eijaja“ in Neumarkt am Hausruck 160), von den„ Kohwei-bern Glossar ::: zum Glossareintrag bern" in Haslach im Mühlviertel 161). Auch das indogermanischeSaggut von der weisenden gehörnten Hinde, einer mythischenLeitgestalt, einem„ Hirschen“, hinter dem sich jene junge Fraubirgt, die dem bestimmt ist, der sie verfolgt, führt in die Sphäredes Geschlechtswechsels 162).
Zeit, Ort wie Vorgang sind auffällig. Die Zeit ist Kultzeit, undeine der wichtigsten.„ In den Fasching- Tägen" 1691 hat sich zuHüttau auf einem Hügel unweit vom Wirtshaus ein Landes-bewohner, als Frau verkleidet, ungebührlich verhalten. Der Vor-gang liegt, da er der Regierung gemeldet wird, 13 Jahre zurück.Der Hauptdarsteller ist ebenso lange tot. Zeit, Ort wie Vorgangweisen auf eine mythisch- rituelle Handlung. Wir haben es mitAndrogynie zu tun, unter Betonung eines Weiblichen. Es ist Fast-nacht. In vielen Kulturen ziehen, wie wir sahen, in den Kalendendes Januaris Männer Frauenkleider an, wandeln das männliche
157) Kurt Meschke, Schwerttanz und Schwerttanzspiel im ger-manischen Kulturkreis. Leipzig- Berlin 1931.
158) Marie Andree- Eysn, Die Perchten im Salzburgischen. Son-derdruck aus dem Archiv für Anthropologie. Neue Folge. III. Band.2. Heft. Braunschweig 1905; S. 8.
159) Herta Scholze, Der Geschlechtswechsel im österreichischenBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum. Phil. Diss. Universität Wien 1948( Typoskript).
160) Ernst Burgstaller, Lebendiges Jahresbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Jahresbrauchtum in Ober-österreich. Salzburg 1948; S. 111 ff., Abb. 56.
161) Johann Mayrhofer, Altes aus Sitte und Sprache.( Beiträgezur Landes- und Volkskunde des Mühlviertels. Bd. 17. Rohrbach 1933;S. 90.)
162) Karl von Spieß, Marksteine der Volkskunst. 1. Teil. Berlin1937; S. 58 ff. und Anm. 1 von S. 59.
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