Dieser Katalog, der„ Führer durch das Kaiser- Franz- Josef- MuseumBaden( 25 Seiten und 22 Abb. auf Tafeln) enthält Beiträge verschiedenerMitarbeiter( Ingrid Müllner: Eisenkunst und Schmiedehandwerk;Karl R. Wernhart, Lebzelter und Wachszieher; Hans Wesely, Uhr-macher; Franz Novy und Josef Stecher, Instrumentenmacher; undnochmals Ingrid Müllner: Hinterglasmalerei, dann Walter Slonek,Weberei, und von Roxane Cuva y selbst die Abschnitte über Töpfereiund Sakrale Volkskunst). Leider ist der ganze Führer ebenso wie diespärliche Beschriftung der Sammlung und auch noch das Abbildungsver-zeichnis nicht frei von Irrtümern und Mißverständnissen. In den Textenfinden sich fatale Flüchtigkeiten wie S. 15 die Mitteilung, daß die Haba-ner ihres Glaubens wegen aus Faenza vertrieben worden seien oderS. 16, daß das Wort Lebzelten aus dem slawischen„ chleb" komme. Dem-entsprechend wird man auch verschiedenen Herkunfts- und Verwen-dungsangaben gegenüber zurückhaltend sein. Die Gegenstände sind ebendoch schon sehr lang aus dem lebendigen Zusammenhang herausgenom-men und zudem völlig verschiedener, nur zum Teil bekannter Herkunft.Aber auch verstreute Gegenstände lassen sich unter Umständen fach-lich noch beurteilen, wenn gewisse Kenntnisse vorhanden sind, beispiels-weise solche ikonographischer Art, die leider bei der Bearbeitung derGegenstände religiöser Natur weitgehend gefehlt zu haben scheinen.Bis in die Bildbeschriftung hinein wird beispielsweise eine leicht zu er-kennende hl. Magdalena( Abb. 6) als hl. Rosalia bezeichnet, und einhl. Felix von Cantalice( Abb. 7) als„ Skapulierträger“ miẞverstanden.Daß es sich bei den als„ Sitzmadonnen" in„ echter Volkskunst"( S. 21)bezeichneten kleinen Holzplastiken um Devotionalkopien von Mariazellbzw. Přibram handelt, könnte man der Beschriftung oder dem Führernicht entnehmen usw. Da wird also vielleicht einmal eine sachliche Nach-bearbeitung erfolgen müssen.Leopold Schmidt
Schloß und Schlüssel in Graz
Das Museum für Kulturgeschichte und Kunstgewerbe am Steier-märkischen Landesmuseum Joanneum veranstaltete im Sommer 1965 eineinteressante Sonderausstellung„ Schloß und Schlüssel Alte und neueSchlosserkunst". Dabei wurde die Geschichte der technischen Entwick-lung und Formgestaltung dieser Dinge ebenso dargestellt wie das dazu-gehörige Zunftwesen und Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum, und zwar in dem gegebenen An-schluß an die Schausammlung für Denkmäler der Handwerksgeschichteund Kunstschmiedearbeiten des gleichen Grazer Museums. Es warenalso antik anmutende Fallriegelschlösser aus Holz ebenso wie Meister-stücke alter Schlosser, aber auch die kirchlich gesegneten„ ReinerSchlüssel zu sehen. 443 Objekte wurden dargeboten, die ein sehr genaugearbeiteter Katalog( 107 Seiten, 32 Abbildungen auf Tafeln erschließt.Die Leiterin des Museums, Gertrud Smola, gestaltete Ausstellung undKatalog mit gewohnter Gründlichkeit. Sie bot auch die sachkundigeEinleitung des Katalogs, welche von einem eigenen Beitrag„ Zur Bedeu-tung von Schloß und Schlüssel im Volksglauben und Volksbrauch" vonF. Waidacher ergänzt erscheint. Das umfangreiche„ Verzeichnissteirischer Schlossermeister" stellt eine dankenswerte Bereicherung inhandwerksgeschichtlicher Hinsicht dar. Zusammen mit den vorzüglichenAbbildungen stellt dieser Katalog geradezu eine kleine Monographieüber das interessante Thema dar, die sich wohltuend sachlich von denheute so geläufigen und von allzu rührigen Verlegern geförderten„ Sach-
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