gelegenen Innviertler Chorherrenstift Reichersperg) eine„ stu-bella.super coquinam domus sita", also ein Stübl, das überder Küche gelegen ist. Es ist möglich, daß der aufgehende Kaminder Rauchküche benützt wurde, gleichzeitig den Rauch des ver-mutlichen Kachelofens abzuführen.
Die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts ist es ja überhaupt,die nun gehäuft Nachrichten über Stuben bringt, allerdings injener speziellen Form der Badstube, die zu den integrierendenFunktionen der ursprünglichen Stube gehörte. 1380 wird eineBadstube in Freistadt erwähnt, 1383 in Ebelsberg, 1384 in Vöckla-bruck, 1385 in Linz, und in Hof an dem Hag bei Neukirchen ander Ipf, 1387 in Mauerkirchen eine„ Padstube in dem Weilhart",1389 zwei Badstuben in Kremsmünster. 7)
Jetzt erst setzen zögernd, wie wir auch aus dem vorhandenemKachelmaterial wissen, die Versuche ein, den Kachelofen imBauernhaus einzubürgern und noch die letzten erhaltenen Pri-mitivformen Glossar ::: zum Glossareintrag mitivformen, die bis ins 20. Jahrhundert hereinragen, zeigen unsKachelöfen, die nur teilweise mit Hohl- und noch spärlicher mitReliefkacheln beschickt, d. h. in der Hauptsache gemauert sind. 8)
Der von der klassischen Bauernhausforschung vertretene An-satzpunkt des 16., ja vielleicht erst des 17. und 18. Jh. für dasAuftreten echter Kachelofenstuben im Bauernhaus konnte bishernicht erschüttert werden) Datierte Stubenträme bzw. Holzbal-kendecken aus dem 16., 17 ,. ja auch noch aus dem 18. Jahrhundertsind meistens vollkommen schwarz und verrußt. Dagegen scheintmit der Einführung des Ofens in den offenen Landschaften desAlpenvorlandes, namentlich des Traunviertels und des Machlan-des, die Anbringung von Stuckdecken auch in der Stube Hand inHand zu gehen. Jetzt erst konnte man sich endgültig einen wei-Ben Glossar ::: zum Glossareintrag Ben Stubenhimmel leisten. Daß mit dieser Entwicklung zugleichdie allgemeine Aufhellung des bemalten Möbels eintritt, das nochzu Beginn des 18. Jh. eine schwarze Grundfarbe aufwies, ist nureine Folgeerscheinung.
Die Stube in Oberösterreich ist schon deshalb keine einheit-liche Erscheinung, weil es hier Entwicklungs- und Fortschritts-
Urkundenbuch des Landes ob der Enns, X, 616
7) Urkundenbuch des Landes ob der Enns IX, 739, X 271, 272, X 361,X 436, X 451, X 544, X 733.
8) Dies ist z. B. bei einem Ofen der Fall, der sich gegenwärtigim„ Stübl"(= 2. oder„ Auszugs- Stube" des Altbauern) des Freilicht-museums„ Mondseer Rauchhaus" befindet. Dieser im wesentlichengemauerte Ofen stammt aus dem Gehöft„ Hoch- Seaner" am Kolomanns-berg bei Mondsee.
9) Vgl. Anm. 4.
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