Jahrgang 
68 (1965) / N.S. 19
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Franz Riedl und Stefan Steiner, Die Ungarndeutschen, Wegeiner Volksgruppe. Freilassing, Pannonia- Verlag, 1962. 128 Seiten,2 Karten, Abbildungen. DM 20,-.

Wie alle Heimatbücher der vertriebenen deutschen Volksgruppenaus Ost- und Südosteuropa ist auch dieses Buch kein volkskundlichesWerk im eigentlichen Sinn. Dennoch gibt es auf engem Raum Einblickin das Leben und die Arbeit der deutschen Bauern in Ungarn. EinigeStädtebilder ausgenommen, bietet das Buch eine Fülle von schönen Bil-dern aus deutschen Dörfern, wobei angenehm auffällt, daß sie fastdurchwegs mit genauen Ortsangaben versehen sind, so daß sie tatsäch-lich auch als Quellen für die Volkskunde dienen können.

Eine Überschau über die Geschichte des ungarländischen Deutsch-tums beginnt im 9. Jahrhundert und reicht über die mittelalterlichendeutschen Siedlungen, die den Tartarenstürmen zum Opfer fielen, zumstarken deutschen Zuzug nach der Türkenzeit. Den deutschen Minder-heiten in den Städten standen die deutschen Bauerndörfer gegenüber,aus deren Bereich die meisten Aufnahmen stammen, die in ausführlicherund gediegener Textierung ein Bild vom pannonischen Lebensstil"geben, dem sich die Deutschen anpassen mußten, wollten sie in derfremden Welt bestehen. Die Bildfolge führt von den Siedlungsbildernüber die Bauernhäuser und ihre Nebengebäude zum Dorfleben amWerk- und Feiertag. Unter den Trachtenbildern finden sich solche, dieeine Vorstellung von der eigenartigen Haartracht mancher Dörfer ver-mitteln. Bilder vom Burscheneinkaufen, von der Spinnstube, vomPfingstlümmel, dem Christkindlspiel( mit einer Textprobe) u. a. Bräu-chen im Kirchenjahr führen in das Gebiet von Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum, Volksfröm-migkeit und Wallfahrtswesen ein. Die hl. Elisabeth wurde als Tochtereines ungarischen Königs zum Vorbild der vertriebenen deutschenFrauen aus Ungarn erwählt.

Aufnahmen der Bauernarbeit, vom Wirken der ländlichen Hand-werker schließen den historischen Teil des Bandes, der mit der Vertrei-bung und der Gründung einer neuen Existenz im Deutschland derNachkriegszeit endet.

Es war natürlich nicht möglich in einem begrenzten Rahmen alleDörfer und Siedlungen der Deutschen vertreten sein zu lassen, aberdie Herausgeber bemühten sich, alle Gegenden mit ihren typischenwirtschaftlichen und landschaftlichen Eigenheiten kurz vorzuführen.Maria Kundegraber

Giuseppina Perusini Antonini. Mangiar friulano. Neri PozzaEditore Venetia 1963.

Dies ist kein Kochbuch a la Katharina Prato seligen Angedenkens;doch soll damit nichts gegen diese verdienstvolle Frau gesagt sein. ImGegenteil! Wenn es wahr ist, was der Volksmund ausspricht, nämlichdaß einer ist, was er iẞt und wie er iẞt, dann verdient Küche und Kel-ler eine ganz besondere Beachtung innerhalb der Volkskunde. MeinesWissens haben jedoch die deutschen Folkloristen bisher bloß den Häu-sern und den Heiligen ihr Augenmerk geschenkt, allenfalls noch denGebäcken, nicht aber dem Essen, dem Trinken und der Liebe. Unddarin das wird jeder zugeben bestehen gewaltige Unterschiedeinnerhalb der Deutschen; und diese Unterschiede sind der Erforschungwert, denn sie können ganz wesentlich die Ergebnisse der Dialektgeo-graphie, der Rassenkunde und anderer mit der Volkskunde verkitteter

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